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Kohle-Ausstieg
Umweltschützer fordern schnelle Abschaltung von Jänschwalde

Mitglieder des BUND fordern vor dem Landtag in Potsdam ein rasches Abschalten des Kraftwerks Jänschwalde.
Mitglieder des BUND fordern vor dem Landtag in Potsdam ein rasches Abschalten des Kraftwerks Jänschwalde. FOTO: Stefan Kruse / BUND Brandenburg
Potsdam. Das Kohle-Kraftwerk Jänschwalde erregt die Gemüter. Umweltschützer der BUND haben am Samstag erneut eine schnelle Abschaltung für den „Dinosaurier unter den Lausitzer Kohlekraftwerken“ gefordert. Am Sonntag sind weitere Proteste geplant. Von Bodo Baumert

Bei der Landesdelegiertenversammlung des BUND Brandenburg am Samstag haben die Umweltschützer mit einer Fotoaktion vor dem Landtag in Potsdam einen schnellstmöglichen Ausstieg aus der Braunkohle und ein Abschalten des Kraftwerkes Jänschwalde bis 2020 gefordert. Etwa 25 Personen bildeten mit Buchstaben den Schriftzug „Kohle stoppen“ und hielten ein Banner mit dem Kraftwerk Jänschwalde hoch. Auf der Versammlung beschlossen die Delegierten ein Papier zur Energiepolitik in Brandenburg, welches die Positionen und Forderungen des Verbandes darlegt – darunter einen Ausstieg aus der Braunkohle bis spätestens 2030.

„Das Kraftwerk Jänschwalde ist der Dinosaurier unter den Lausitzer Kohlekraftwerken. Es ist dringend erforderlich, alle sechs Blöcke bis 2020 stillzulegen, um das 2020-Klimaziel des Bundes sowie die Pariser Klimaziele zu erreichen“, erklärte Carsten Preuß, Landesvorsitzender des BUND Brandenburg.

Am Sonntag ist ein weiterer Protest geplant. Anwohner und Umweltaktivisten wollen symbolisch eine rote Linie vor einem privaten Waldgrundstück ziehen, das durch den Braunkohletagebau Jänschwalde zerstört bedroht ist. Das kündigte die Umweltgruppe Cottbus unter der Woche an.

Der Tagebaubetreier Leag erklärte dazu am Freitag: „Die planmäßige Förderung von Braunkohle im Tagebau Jänschwalde basiert auf dem genehmigten Braunkohlenplan sowie auf dem gültigen Rahmen- und dem Hauptbetriebsplan als rechtliche Grundlagen. Mit dem Eigentümer des Waldgrundstücks, das die Grünen Liga als „von Enteignung bedroht“ bezeichnet, ist die Leag seit 2012 in Gesprächen, um eine Vereinbarung über die Nutzung oder den Kauf des Grundstücks zu erreichen.“ Eine Grundabtretung sei bislang nicht beantragt. „Die Leag strebt nach wie vor eine einvernehmliche Einigung mit dem Eigentümer an“, so Pressesprecher Thoralf Schirmer. Das Grundstück solle planmäßig Anfang der 2020er Jahre in Anspruch genommen werden.