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| 20:34 Uhr

Trotz sommerlicher Temperaturen
Turnier fordert Mensch und Tier

 Die Gubener Teilnehmer Andrea Arndt, Marion Wiepke und Mandy Grebasch (v.l.) präsentierten sich am Rande des Turniers mit ihren Vierbeinern.
Die Gubener Teilnehmer Andrea Arndt, Marion Wiepke und Mandy Grebasch (v.l.) präsentierten sich am Rande des Turniers mit ihren Vierbeinern. FOTO: Ute Richter
Guben. Guben war am Wochenende wieder einmal das Mekka für die Freunde des Hundesports. Von Ute Richter

Zu Turnieren im Rally Obedience hatte am Wochenende der Hundesportverein Guben auf sein Areal an der Cottbuser Straße eingeladen. Etwa dreimal im Jahr sind die Gubener Ausrichter unterschiedlicher Turniere und stets kommen Hundebesitzer aus der Region, aber auch aus Berlin und Potsdam an die Neiße. 80 Anmeldungen gab es für dieses Wochenende, deshalb wurden auch zwei getrennte Turniere ausgetragen.

Seit vergangener Woche wirbelten die Vereinsmitglieder, um ihr Gelände für das Turnier herzurichten. Es musste frisch gemäht werden, die Areale für die Besucher abgesteckt sowie der Parcours und die Hindernisse aufgebaut werden. Am Samstag reisten dann die ersten Turnierteilnehmer an, reihten ihre Autos ordentlich am Rande des Turnierfeldes auf. Überall sah man offen stehende Türen und Kofferraumklappen, denn überall ruhten sich die Hunde nach oder vor ihrer Prüfung aus. Wer aufgrund der vielen Vierbeiner ein heilloses Gebell erwartet hatte, wurde eines Besseren belehrt. Fast schon still war es auf dem Turnierplatz.

Präzision und Tempo gleichzeitig gefordert

 Klaus Nagel war mit Hund Johnny beim Turnier des Hundesportvereins Guben der älteste Teilnehmer.
Klaus Nagel war mit Hund Johnny beim Turnier des Hundesportvereins Guben der älteste Teilnehmer. FOTO: Ute Richter

Hoch konzentriert waren an beiden Tagen nicht nur die Hundebesitzer, sondern auch die Tiere. In fünf Klassen starteten an beiden Tagen die Teilnehmer. Denn die Rally Obedience ist eine Kombination aus Parcours und Obedience-Übungen, wo es um Präzision und Tempo zugleich geht. Doch immer steht der Spaß für Mensch und Hund im Vordergrund. Nicht nur deshalb ist diese Sportart für fast jeden Hundehalter geeignet. Sie passt durch die abwechslungsreiche Vielfalt auch zu den meisten Hunden, und zwar nicht nur für Profis. Selbst Kinder können im Parcours schon spielerisch mit ihrem Hund Unterordnungsübungen probieren. Kinder waren am Wochenende in Guben nicht dabei. Die jüngste Teilnehmerin war zwölf Jahre alt. Der älteste Teilnehmer war Klaus Nagel. Der 84-Jährige vom HSV Plänterwald absolvierte mit Hund Johnny ganz gelassen und entspannt den Parcours. Der rüstige Senior erntete von den anderen Hundebesitzern Respekt für seine Teilnahme und den guten Durchgang mit seinem Hund.

Alles genau im Blick hatte Wertungsrichterin Carola Böldt aus Lübbenau. Gemeinsam mit Wertungsrichteranwärterin Nicole Conrads aus Berlin achtete sie auf jede Bewegung und jedes Kommando von Mensch und Hund. Der Hundeführer durchlief mit seinem Hund einen Parcours, der möglichst schnell und präzise abzuarbeiten war. „An jeder Station befindet sich ein Schild, auf dem angegeben ist, was dort zu tun ist und in welche Richtung es anschließend weitergeht“, erklärt Andrea Arndt vom Gubener Hundesportverein die Regularien.

Futterverweigerung keine leichte Übung

Die Aufgaben im Parcours bestanden aus klassischen Unterordnungs-Übungen wie Sitz-, Platz-, Steh-Kommandos, aber auch Kombinationen aus diesen Elementen. Es waren Richtungsänderungen um 90, 180 und 270 Grad nach rechts und links zu absolvieren sowie Kreise. Fester Bestandteil eines Parcours sind außerdem die sogenannten Bleib- oder Abrufübungen. Eine Besonderheit ist stets die Übung zur Futterverweigerung, bei der das Team an gefüllten Futternäpfen vorbeigehen muss, ohne dass sich der Hund bedient. Bei manchen Hunden hat das super geklappt. Andere hingegen konnten nicht widerstehen. Und das, obwohl der Hundebesitzer seinen Vierbeiner auch während seiner vierminütigen Prüfung belohnen darf, was nicht bei jeder Sportart der Fall ist. Hund und Mensch dürfen und müssen während ihrer Arbeit ständig miteinander kommunizieren. Der Hund darf jederzeit angesprochen, motiviert und gelobt werden.

Wertungen gab es in unterschiedlichen Kategorien: In der Klasse 1 siegte Daniela Böttcher mit Hund Skip. Klasse 2 – Stefanie Hoffmann mit Hund Hope, Klasse 3 – Viola Klinke mit Hund Cenzel. Bei den Beginnern erreichte Marion Wiepke mit Hund Klara die meisten Punkte. Bei den Senioren Stefanie Drodat mit ihrem Hund Opi Kalli.

Für Vereinsvorsitzenden Sven Hundsdorfer waren am Ende die Turniere in Guben sehr gelungen. „Wir hatten starke Teams, auch welche, die schon bei den Deutschen Meisterschaften gestartet sind. Da freut uns natürlich, dass die hier nach Guben gekommen sind“, sagte er.