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| 01:29 Uhr

Turbo-Datennetz verzögert sich bis März

Gunter Warstat von der Lausitzer Kabel Service GmbH bei Feinarbeiten an der IP-Kopfstation in der Platanenstraße. Hier werden die Signale ins Glasfasernetz eingespeist. Foto: Jörg Ciszewski
Gunter Warstat von der Lausitzer Kabel Service GmbH bei Feinarbeiten an der IP-Kopfstation in der Platanenstraße. Hier werden die Signale ins Glasfasernetz eingespeist. Foto: Jörg Ciszewski FOTO: Jörg Ciszewski
Guben. Minustemperaturen und alte Anlagenteile aus DDR-Zeiten verzögern die Modernisierung des Gubener Datennetzes noch bis März. Dann sollen alle knapp 8000 Haushalte angeschlossen sein, sagt Horst Mlynarczyk von der TV-Netzgesellschaft. Ein Jahr später als vorgesehen. Von Jörg Ciszewski

Schon Anfang November vergangenen Jahres hatten sich die Bagger bei den Tiefbauarbeiten in der gefrorenen Gubener Erde die Zähne ausgebissen. “Nachdem an einer Schaufel ein Zahn abbrach, war Pumpe. Nichts ging mehr„, sagt Horst Mlynarczyk, Chef der Gubener TV-Netzgesellschaft. Erst wieder Anfang März rechnet er mit einer Fortsetzung der Tiefbauarbeiten. “Früher können die letzten Haushalte in Altsprucke und einige Einfamilienhäuser nicht angeschlossen werden.„

Laut Gunter Warstat vom ausführenden Baubetrieb Lausitzer Kabel Service (LKS) aus Lauchhammer verfügen aber die allermeisten Haushalte in Guben bereits heute über einen Glasfaser-Anschluss. Nach Abschluss der Gesamtarbeiten werde Guben eines der modernsten Datennetze für Telefon, Internet und Fernsehen in Deutschland haben. Nur etwa 300 bis 500 Wohnungseinheiten werden an jedem der 42 Verstärkerpunkte angeschlossen. Dadurch soll eine gute Signalstärke gewährleistet sein. “Wir haben von Kunden bereits gehört, dass das Fernsehbild besser geworden ist„, sagt Warstat. Beim Ausfall eines Verstärkers wären nur kleine Teilbereiche betroffen. So werde auch die Sicherheit erhöht.

Dass das Netz nicht schon wie geplant im vergangenen März fertig wurde, hat auch mit alten Anlagenteilen aus DDR-Zeiten zu tun. “Einige Verstärker und Kabelstrecken, die mit den Datenmengen überfordert wären, mussten ausgetauscht werden„, sagt Warstat. “Wir haben einige Überraschungen erlebt, schließlich kann man in solch ein Netz ja nicht reinsehen.„ Ansonsten wurde das bereits bestehende System mit Glasfaser ummantelt.

Mit dem neuen Netz können in Guben Privatkunden Download-Geschwindigkeiten von bis zu 20 Megabyte pro Sekunde erreichen, sagt Mlynarczyk, Geschäftskunden im Industriegebiet Süd sogar bis zu 100 Megabyte. Die Ortsteile Bresinchen, Kaltenborn und Schlagsdorf können voraussichtlich ab dem 14. Februar per Richtfunk an das Netz gehen.

Derzeit befindet sich die TV-Netzgesellschaft im Gespräch mit der Stadt, denn mit der neuen Technik lassen sich auch Energieträger steuern und ablesen. “Gegenstand der Beratungen ist der mögliche Anschluss von städtischen Objekten an das Glasfasernetz„, sagt Horst Mlynarczyk.

Zum Thema:

Zum ThemaDie TV-Netzgesellschaft mbH Guben versorgt als Partner die Gubener Wohnungsgesellschaft sowie die Gubener Wohnungsgenossenschaft. Das Unternehmen hat für den Ausbau des Glasfasernetztes knapp zwei Millionen Euro investiert. Insgesamt sind auf einer Strecke von 56 Kilometern Glasfaserkabel verlegt worden. Es ist geplant, mithilfe von Richtfunk öffentliche Objekte der Stadt Gubin an das Gubener Netz anzuschließen. Zur Finanzierung dieses Vorhabens wurde ein EU-Förderantrag gestellt.