Demnach soll das Entgelt für Trinkwasser um sieben Cent pro Kubikmeter auf 1,79 Euro steigen. Die Gebühr für die Abwasserentsorgung soll wie im zu Ende gehenden Jahr 2,94 Euro pro Kubikmeter betragen. Ansteigen wird entsprechend des Vorschlags des Vorstandes auch die Gebühr für die Entsorgung von Fäkalien, und zwar von 3,96 Euro pro Kubikmeter auf 5,42 Euro. Alle genannten Preise würden für das Versorgungsgebiet I, also die Stadt Guben, die Gemeinden Schenkendöbern, Neuzelle und Neißemünde sowie den Jänschwalder Ortsteil Grießen gelten. Die endgültige Entscheidung trifft die Verbandsversammlung.

GWAZ-Geschäftsführer Wolfram Nelk hatte erläutert, dass die Preise in Guben seit acht Jahren unverändert seien. Zudem habe der GWAZ seit 2007 keine Kredite aufnehmen müssen, um seine Investitionen zu realisieren - eine Situation, die sich aber inzwischen geändert habe. Außerdem seien die bisherigen Preise nicht in jedem Fall kostendeckend. Der GWAZ sei deshalb verpflichtet, kostendeckende Gebühren zu kalkulieren. Dass es in puncto Preisgestaltung noch Redebedarf gibt, wurde deutlich. Vor allem im Versorgungsgebiet II, dem Gebiet des einstigen Verbandes Friedland-Lieberose, könnte es Widerstand geben. Dort würde auf die Kunden speziell im Bereich Abwasser eine spürbare Anhebung zukommen. Thomas Hähle, Bürgermeister der Stadt Friedland, sagte, dass mit zahlreichen Widersprüchen zu rechnen sei, falls tatsächlich die in der ursprünglichen Kalkulation vorgesehenen Gebühren beschlossen würden. Hähle sprach sich für ein klärendes Gespräch mit Fachleuten der Potsdamer Landesregierung aus. Sein Antrag, das Versorgungsgebiet II vorerst aus der Kalkulation herauszunehmen und erst genauere Untersuchungen durchzuführen, wurde jedoch abgelehnt.