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| 14:56 Uhr

Initiative
Trevira wird Rückkehr-Partner

Thomas Rademacher von Trevira, Linda Geilich (M.) als Koordinatorin der Rückkehrer-Initiative sowie Kerstin Geilich vom Marketing- und Tourismusverein als Projektträger besiegeln ihre Partnerschaft.
Thomas Rademacher von Trevira, Linda Geilich (M.) als Koordinatorin der Rückkehrer-Initiative sowie Kerstin Geilich vom Marketing- und Tourismusverein als Projektträger besiegeln ihre Partnerschaft. FOTO: LR / Silke Halpick
Guben. Gubens größter Arbeitgeber unterzeichnet Vertrag mit drei Jahren Laufzeit. Von Silke Halpick

„Das Konzept hat uns schnell überzeugt“, sagt Thomas Rademacher, Werks- und Entwicklungsleiter bei Trevira. Der Polyestergarnhersteller mit aktuell 590 Beschäftigten ist der erste große Partner der Gubener Rückkehrer-Initiative. Der formelle Vertrag zur Zusammenarbeit wurde am Dienstag unterzeichnet. Die Laufzeit liegt bei drei Jahren. Auf eine „Sog-Wirkung“ hofft nun auch Frank Müller, Wirtschaftsförderer der Stadt Guben.

Das Thema Fachkräfte ist auch für Gubens größten Arbeitgeber ein Dauerbrenner. Die Suche sei mit „zunehmend größerem Aufwand“ verbunden, wie Rademacher einräumt. Gefragt sind beispielsweise Handwerker, Textillaboranten oder Chemikanten. Das Unternehmen will seine Außenwirkung erhöhen und setzt dabei auch auf die Gubener Rückkehrer-Initiative. Abgeschlossen wurde das Partnerpaket der Stufe „Gold“ für 3000 Euro pro Jahr.

Diese Version beinhaltet Dienstleistungen wie Jobangebote und eine ausführliche Unternehmenspräsentation im Internet, einen eigenen Stand beim Rückkehrertag, die Teilnahme an Fachvorträgen sowie ein großes Werbemittelpaket. Im Angebot hat die Initiative aber auch einen Basistarif für 100 Euro pro Jahr sowie weitere Staffelungen bis hin zum Platin-Paket mit einem Preis „nach Vereinbarung“.

Die Gubener Rückkehrer-Initiative ist im März 2017 an den Start gegangen. In diesem Jahr wird das Projekt mit Fördermitteln in Höhe von 52 000 Euro von der Staatskanzlei des Landes Brandenburg finanziert. Ab 2019 gibt es voraussichtlich keine Unterstützung mehr.  Ziel der Initiative ist, potenziellen Rückkehrern bei der Suche nach Jobs und Wohnungen zu helfen.

Mit der bisherigen Resonanz ist Projekt-Koordinatorin Linda Geilich „sehr zufrieden“. Fünf bis sechs Anfragen wöchentlich kommen bei ihr an. Die eigens dafür erstellte Internetseite www.guben-tut-gut.de wird täglich von 25 Personen besucht, die hier durchschnittlich drei Minuten verweilen. „Für diesen kleinen Nischenmarkt sind das sehr gute Werte“, betont Geilich. Neun Wohnungs- und 39 Jobangebote sind aktuell hier zu finden, darunter auch die von Trevira.

Gute Erfahrungen mit Rückkehrern hat der Polyestergarnhersteller bereits. Als Paradebeispiel führt Rademacher einen Peitzer an, der in Dresden Chemie studierte, danach aber unbedingt wieder zurück in die Region wollte. Seit rund drei Jahren arbeitet er nun als Entwicklungs-Ingenieur bei Trevira. „Das ist für unser Unternehmen ein Riesengewinn, wie ein Sechser im Lotto“, sagt der Werkleiter.

Mit einer Ausbildungsoffensive will Trevira jetzt auch an den Nachwuchs ran. „Früher waren die Jugendlichen froh, bei Trevira einen Ausbildungsplatz zu haben“, sagt Heike Lindner als Personalverantwortliche. Mittlerweile bleiben aber auch hier Plätze unbesetzt. Gesetzt wird auf eine noch intensivere Zusammenarbeit mit den Schulen. Potenzielle Azubis können sich beim Schnuppertag am 13. Oktober auf dem Werksgelände umsehen.

Der Gubener Trevira-Standort gilt als zukunftssicher. Aktuell werden hier 7,5 Millionen Euro für neue Spinnmaschinen investiert. Die ersten Anlagen kommen im Frühjahr 2019. „Das ist ein klares Bekenntnis zum Standort“, sagt Lindner. Mehr als 19 000 Tonnen Filamentgarne für die Autoindustrie, Heimtextilbranche sowie technische Anwendungen werden pro Jahr in Guben produziert. Der Umsatz liegt bei 75 Millionen Euro jährlich.