Da die Liste der verletzten und berufsbedingt fehlenden Spielerinnen lang war, war der BSV-Trainer gezwungen, auf den Nachwuchs zu setzen. Die Neißestädterinnen führten zwar nach vier Minuten mit 2:1, doch Sicherheit wollte in ihre Aktionen nicht einziehen. Die Schwächen bauten den Gastgeber förmlich auf, der innerhalb von zehn Minuten auf 11:5 enteilte. Vom 12:6 (19. Minute) kämpfte sich der Gast bis zum Pausenpfiff bis auf 13:10 heran.
Mit konsequenterer Deckungsarbeitarbeit sollten im zweiten Abschnitt für Umkehrspiel Ballgewinne erzielt werden. Im Angriff stand die Aufgabe, die riskanten Anspiele auf die Kreispositionen zu unterlassen. Diese Vorhaben setzten die Nordgubenerinnen diszipliniert um. Nach 40 Minuten war beim 15:15 der Rückstand aufgeholt. Bis zum 19:17 (48.) konnten die Gäste sogar zweimal mit zwei Toren in Front ziehen. Mehr ließ aber die Lok-Mannschaft nicht zu, die ihrerseits wieder mit 22:21 in Führung ging. Doch gerade in der hart umkämpften Schlussphase sollten die hohe Moral und die gelungene Mischung zwischen Routine und jugendlichem Elan Früchte tragen. Anja Ehrenberg schloss einen Konter konsequent zum 22:22 ab.
Als Heike Stoll in der 55. Minute auf die Strafbank geschickt wurde, gelang Lisette Estrada in Unterzahl von Rechtsaußen die 23:22-Führung. Nach dem nochmaligen Ausgleich und zwei erfolglosen Angriffen auf beiden Seiten konnte Anja Ehrenberg bei einem Konter gleich von zwei Lok-Spielerinnen nur noch regelwidrig am Torwurf gehindert werden. Den fälligen Strafwurf verwandelte Heike Rochlitz 25 Sekunden vor Schluss mit stoischer Ruhe zum 24:23-Siegtreffer.
Mit diesem äußerst wichtigen Auswärtssieg rückt der BSV Guben Nord mit 8:10 Punkten zwischenzeitlich auf den 6. Tabellenplatz der Oberliga Berlin-Brandenburg vor.
Für Guben spielten: Nancy Dallagi; Gaby Weigel (2), Claudia Noack (3), Heike Rochlitz (5), Diana Dreissig (3), Dörte Breßling, Heike Stoll (5), Lisette Estrada (1), Anja Ehrenberg (5).