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Landwirtschaft
Tierschützer zeigen Bauern AG an

Die Tore der Schweinemastanlage in Bärenklau bleiben auch für die RUNDSCHAU verschlossen. Hier werden 2864 Tiere gehalten.⇥ Foto: S. Halpick
Die Tore der Schweinemastanlage in Bärenklau bleiben auch für die RUNDSCHAU verschlossen. Hier werden 2864 Tiere gehalten.⇥ Foto: S. Halpick FOTO: Silke Halpick / LR
Bärenklau. Peta veröffentlicht Aufnahmen aus Schweinestall in Bärenklau. Amtsarzt weist Vorwürfe zurück. Von Silke Halpick

„Horrorbilder“ aus der Schweinemastanlage in Bärenklau hat die Tierschutzorganisation Peta in der vergangenen Woche veröffentlicht. Nach einem Kontrollgang informiert Dr. Helfried Kröber als Amtstierarzt in Spree-Neiße jedoch, „dass die gegenwärtig gültigen gesetzlichen Regelungen grundsätzlich eingehalten werden“.

Die Schweinemastanlage in Bärenklau (Gemeinde Schenkendöbern) liegt abseits am Waldrand. In den Baracken, die noch aus DDR-Zeiten stammen, werden aktuell 2864 Schweine gehalten, genehmigt sind 6912 Mastplätze. Der Betrieb gehört zur Bauern AG Neißetal mit Hauptsitz in Groß Gastrose und ist einer von drei Schweineställen.

Erschütternde Filmaufnahmen hat jetzt die Tierschutzorganisation Peta im Internet veröffentlicht, die eigenen Angaben zufolge im Juni 2017 gedreht wurden. Zu sehen sind Schweine mit blutenden und teils abgebissenen Ohren und Schwänzen, die stark husten. Peta hat gegen den Betreiber Anzeige erstattet. Die Staatsanwaltschaft in Cottbus ermittelt. Nach der Strafanzeige hat auch das Veterinäramt den Schweinemastbetrieb unter die Lupe genommen. „Die gesundheitliche Überprüfung aller derzeit im Bestand befindlichen Tiere ergab keine Hinweise auf ein gravierendes Krankheitsgeschehen“, erklärt Matthias Händler, Pressesprecher des Landkreises, auf RUNDSCHAU-Nachfrage. Atemwegsprobleme seien lediglich bei zwei Schweinen beobachtet worden. Herz-Kreislauf- oder andere Erkrankungen wie die des Bewegungsapparates wurden den Angaben zufolge nicht festgestellt.

In der Schweinemastanlage laufen derzeit Umstrukturierungen, die zur Erhöhung des Tierwohls und des Platzangebote beitragen sollen, heißt es vonseiten der Behörde. Deshalb werden hier aktuell nur 2863 Schweine gehalten. Im vergangenen Jahr waren es noch 4442 Tiere. Der älteste Stall, in dem offensichtlich die von der Peta veröffentlichten Filmaufnahmen entstanden, sei bereits seit Ende Oktober 2017 nicht mehr belegt.

Auflagen vonseiten der Behörde gab es trotzdem. So sollen konstitutionell schwächere Schweine künftig in speziell ausgestatteten Abteilungen untergebracht werden, wie es die heute gültige Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung vorsieht. Beseitigt werden soll der Mangel im ersten Quartal 2018. Der Amtstierarzt weist aber auch darauf hin, dass weitere über die rechtlichen Anforderungen hinausgehenden Maßnahmen zur Verbesserung des Tierwohls mit deutlich höheren Produktionskosten für den Tierhalter verbunden sei.

Am liebsten gar nichts dazu sagen will Helmut Baum vom Vorstand der Bauern AG. Vier Audits liegen mittlerweile hinter ihm, wie er dann doch erzählt. Keine der Expertengruppen habe gravierende Mängel in der Bärenklauer Anlage feststellen können. „Ich habe mir nichts vorzuwerfen“, sagt Baum. Vielmehr habe Peta „Hausfriedensbruch“ begangen. Die Türen der Anlage bleiben allerdings auch für die RUNDSCHAU verschlossen. Eine Vor-Ort-Recherche war nicht möglich.