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Tierarzt aus Guben warnt Kaninchenzüchter

Tierarzt Christian Pietsch hielt vor den Züchtern einen Fach-Vortrag über die schwere Kaninchenseuche RHD 2.
Tierarzt Christian Pietsch hielt vor den Züchtern einen Fach-Vortrag über die schwere Kaninchenseuche RHD 2. FOTO: utr1
Guben. Zu einem Vortrag über die in diesem Jahr stark aufgetretene Kaninchenkrankheit RHD 2 (Chinaseuche) hatte der Kleintierzuchtverein Groß Breesen am Freitagabend interessierte Kaninchenhalter in den Landgasthof Waldow in Groß Breesen eingeladen. Der Gubener Tierarzt Christian Pietsch informierte über Entstehung, Verbreitung, Auswirkungen in der Region und möglichen Hygiene- und Impfschutz bei der tückischen Tierkrankheit. utr1

Erstmalig wurde das Virus im Jahr 1984 in China festgestellt. Deshalb auch der umgangssprachliche Name "Chinaseuche". Im Jahr 2010 wurde erstmals in Nord-West-Frankreich eine neue Variante der Chinaseuche entdeckt. Dieser sehr aggressive Virustyp RHDV-2 hat auch in Deutschland zu zahlreichen Todesfällen bei Kaninchen geführt.

Der Virus kommt vor allem durch Sekrete und Exkrete oder indirekt über Insekten, Futter, Gerätschaften, Personen in die Kaninchenställe. Der natürliche Infektionsweg ist fäkal-oral, war vom Tierarzt zu erfahren.

Eine Prophylaxe ist über Hygiene nur eingeschränkt möglich. Das Virus ist sehr widerstandsfähig in der Umwelt, aber für den Menschen ungefährlich.

Die zahlreichen Kaninchenzüchter, die am Vortrag teilnahmen, berichteten fast alle von großen bis hin zu kompletten Verlusten ihrer Tiere durch die Krankheit. Tierarzt Pietsch sagte, dass sich selbst in einem toten Tier der Virus noch siebeneinhalb Monate hält. Deshalb rät er, tote Tiere in der Tierkörperbeseitigungsanlage abzugeben.

Wer dann nach intensiver Behandlung der Ställe und möglichst einer Wartezeit von etwa siebeneinhalb Monaten wieder neu anfängt, sollte unbedingt auf Impfungen achten. Es gebe ein Impfschema, das der Krankheit nach jetzigem Stand ganz gut entgegenwirkt. Der Fachmann plädierte dafür, nur schutzgeimpfte Tiere zu kaufen. "Trotz der schweren Seuche kann man wieder von vorn anfangen, wenn man bestimmte Regeln einhält", sagte er zum Abschluss.