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| 16:30 Uhr

„Woche für das Leben“ auch in Guben
Vorschulkinder sollen stark gemacht werden

Guben. Gubener Kitas greifen das Thema Suizid auf: Schüler zeigen Theaterstück, wie „bösen Mächten“ begegnet werden kann. Auch junge Kinder bleiben vom Thema Selbsttötung nicht immer verschont. Von Daniel Schauff und Jürgen Scholz

Am kommenden Freitag treffen sich die Gubener Kindergärten um 15.30 Uhr an der Alten Färberei, um sich gemeinsam an der Aktion „Woche für das Leben“ zu beteiligen. Darauf weist das Wilkestift hin. Zuschauer seien herzlich willkommen.

Die ökumenische Initiative der evangelischen und katholischen Kirche steht 2019 unter dem Motto: „Leben schützen. Menschen begleiten. Suizide verhindern.“ Insbesondere Kinder sollen stark gemacht werden,  auch den dunklen Stunden im Leben etwas entgegenzusetzen, heißt es in der Presseinformation zum gemeinsamen Anliegen aller Erzieher in der  Stadt Guben. Um das Anliegen auch den Kindergartenkindern nahezubringen, haben sich Schüler des Pestalozzi-Gymnasiums etwas Besonderes einfallen lassen. Unter der Leitung ihrer Lehrerin Antoinette Eckert haben sie das Theaterstück  „Im Bann der dunklen Fee“ erarbeitet, was sie auf der Bühne den kleinen und großen Zuschauern präsentieren. Für die leibliche Versorgung aller kleinen und großen Gäste sorgt die Küche des Naemi-Wilke-Stifts.

Dass sich eine Aktion zur Suizid-Aufklärung an Kindergartenkinder wendet, ist selten. Fälle, in denen sich Kinder im jüngsten Alter das Leben genommen haben, sind rar. Doch es gibt sie. Vor einigen Jahren etwa hat der Fall der sechsjährigen Samantha K. im US-Bundesstaat Oregon auch in Deutschland für Schlagzeilen gesorgt. Das kleine Mädchen hatte sich nach einem Streit mit der Mutter stranguliert. Benni R., ein Sechstklässler, machte einige Jahre später Schlagzeilen, nachdem er sich erhängt hatte.

Die Selbsttötung ist die zweithäufigste Todersursache bei Menschen unter 25 Jahren, heißt es in einem Interview von Ilkamaria Kuhr, Geschäftsführerin der Woche für das Leben im Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz, mit zwei Schulleiterinnen aus Berlin und Leipzig. „Wenn Kinder und Jugendliche den Boden unter den Füßen verlieren, keinen Halt mehr spüren und darüber hinaus das Gefühl haben, nicht verstanden zu werden, kann die Beschäftigung mit Suizid ein scheinbarer Ausweg werden“, sagt darin Gabriele Hüdepohl vom Canisius-Kolleg in Berlin.

Suizide im Kindesalter jedoch bleiben selten, ab dem Alter von zehn Jahren jedoch werden sie laut der deutschen Todesursachenstatistik häufiger. Laut einer 2016 veröffentlichten Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften wurden in den Jahren 2006 bis 2011 sechs Jungen und ein Mädchen unter zehn Jahren als Suizidopfer registriert. Allein 2010 waren es jedoch 21 Jungen und sechs Mädchen im Alter zwischen zehn und 14 Jahren.

Infos zur bundesweiten Aktion: www.woche-fuer-das-leben.de