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| 15:51 Uhr

Guben
Tempo 30 in Karl-Marx-Straße?

Entlang der Karl-Marx-Straße ist es nach Berechnungen des Landesamtes für Umwelt zu laut. Tempo 30 und neuer Asphalt könnten Abhilfe schaffen.
Entlang der Karl-Marx-Straße ist es nach Berechnungen des Landesamtes für Umwelt zu laut. Tempo 30 und neuer Asphalt könnten Abhilfe schaffen. FOTO: LR / Silke Halpick
Guben. Die Stadt Guben muss Lärmaktionsplan aktualisieren, auch Hauptverkehrsader ist betroffen. Von Silke Halpick

Auf vier Gubener Straßen ist es zu laut. Das haben die Berechnungen des Landesamts für Umwelt ergeben. Betroffen ist jetzt auch die Karl-Marx-Straße. Möglicherweise droht der Hauptverkehrsader Tempo 30. Zuständig für die Straße ist der Landkreis.

Vor fünf Jahren war das einzige Gubener Sorgenkind die Cottbuser Straße. Die betroffenen 39 Anwohner beschwerten sich seit Jahren über Lkw und nächtliche Raserei. Nach zahlreichen Diskussionen in den Fachausschüssen einigte man sich auf ein Tempo-30-Limit in der Nacht für Lkw. Die Schilder stehen seit Ende März 2018.

Nun hat sich aber die Zahl der Straßen, auf denen mehr als 8000 Fahrzeuge pro Tag unterwegs sind, weiter erhöht. „Die Verkehrszahlen werden regelmäßig vom Landesamt für Umwelt erhoben“, erklärt Christian Hecht von der Ingenieurgesellschaft Hoffmann-Leichter aus Leipzig. Das Unternehmen hatte schon vor fünf Jahren den Lärmaktionsplan der Stufe 2 für die Stadt erarbeitet. Nun ist Stufe 3 an der Reihe.

Zu laut ist es den Angaben zufolge mittlerweile entlang der Karl-Marx-Straße sowie der sich anschließenden Kaltenborner und Forster Straße in Richtung Industriegebiet Süd. Mehr als 300 Menschen sollen hier einem Lärmpegel von mehr als 65 Dezibel am Tag ausgesetzt sein. In der Nacht wird sogar von mehr als 330 Betroffenen ausgegangen, die mehr als 55 Dezibel ausgesetzt sind.

Als Maßnahmen gegen den Verkehrslärm schlägt das Ingenieurbüro vor, auf die Betonplatten entlang der Karl-Marx-Straße lärmoptimierten Asphalt aufzutragen sowie die Geschwindigkeit auf 30 Kilometer pro Stunde zu reduzieren. Allein durch langsameres Fahren  könne die Zahl der Betroffenen um knapp 60 Personen tagsüber und um mehr als 50 Menschen in der Nacht gesenkt werden.

Diese Variante ist auch die kostengünstigere. Laut den Schätzungen des Ingenieurbüros müssen für 30 Tempo-30-Schilder insgesamt 4500 Euro eingeplant werden. Der neue Asphalt auf einer Länge von etwas mehr als einem Kilometer entlang der Karl-Marx-Straße würde hingegen mit knapp zwei Millionen Euro zu Buche schlagen.

Für die Karl-Marx-Straße ist seit 2011 der Landkreis Spree-Neiße zuständig. Die ehemalige Bundesstraße wurde mit Fertigstellung der Gubener Ortsumfahrung zur Kreisstraße degradiert. Der Landkreis hatte erst im vergangenen Jahr hier die Brücke über das Schwarze Fließ für rund eine Million Euro saniert.

Für einen „tiefgründigen Ausbau“ sieht Spree-Neiße-Dezernent Olaf Lalk aktuell keinen finanziellen Spielraum. Lediglich „sukzessive und abschnittsweise“ wolle man die Karl-Marx-Straße in den kommenden Jahren weiter mit einer Dünnschichtdecke versehen, um die „Fahrqualität zu verbessern“, betont er. Entsprechend einer Verkehrszählung des Landkreises im Jahr 2015 sollen hier auch nur 3910 Fahrzeuge pro Tag unterwegs sein, zwei Prozent davon Schwerlaststransporter.

Ein Tempo-30-Limit für Lkws in der Nacht gilt bereits jetzt entlang der Cottbuser Straße.
Ein Tempo-30-Limit für Lkws in der Nacht gilt bereits jetzt entlang der Cottbuser Straße. FOTO: LR / Silke Halpick