Drei bunt geschmückte Pferdefuhrwerke hatten sich am Samstagmittag auf den Weg durchs Dorf gemacht, um nach und nach die zwölf Schnitterpaare an ihren Hoftüren einzusammeln.

Gemeinsam zogen die Leute hinaus aufs Feld, um die letzte Mahd zu erledigen. Nach dem Aushandeln des Lohnes machten sich alle an die Arbeit und auch Peter Jeschke, Bürgermeister der Gemeinde Schenkendöbern, ließ sich nicht lange bitten und packte mit an. Nach dem Tanz und der Versorgung mit Quark- und Schmalzstullen sowie Apfelwein am Feldrand feierten die Schnitterpaare gemeinsam mit den zahlreichen Gästen ihr Erntefest.

"Es ist immer wieder ein Höhepunkt und immer wieder erstaunlich, dass so ein kleines Dorf so ein tolles Fest auf die Beine stellt", so Bürgermeister Peter Jeschke. Und er stellte unmissverständlich klar: "Wir werden gegen den Tagebau Jänschwalde Nord kämpfen und das mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln." Und um gleich ein Zeichen zu setzen, spendete er 100 Euro als Privatperson für die Mahnglocke, die künftig nur 500 Meter von der Tagebaukante Jänschwalde-Nord errichtet werden und täglich fünf vor Zwölf schlagen soll.

Erstmals hatten die Taubendorfer auf ihrem Festplatz am Waldstadion Puppen mit Kleidung aus früheren Zeiten ausgestellt. Und da genau an diesem Ort früher die Försterei stand, durften auch die Uniformen der damaligen Förster nicht fehlen. Siegmar Buder vom Feuerwehrverein erzählte, dass in diesem Jahr mit Absicht die Marktstände etwas kleiner gehalten wurden als sonst. Er bedankte sich bei den vielen Helfern, die bereits seit Wochen dieses Fest vorbereiten und das trotz oft auswärtiger Arbeit. Auch lobte er die Jugend des Dorfes, die sich in jedem Jahr wieder aus ganz Deutschland in ihr Heimatort auf den Weg machen, um beim Erntefest dabei zu sein. Unterstützung erhielten die Taubendorfer auch aus Grießen und Groß Gastrose. Bei verschiedensten Veranstaltungen greifen sie sich gegenseitig unter die Arme.

Die Dorchetaler Musikanten sorgten beim Umzug ebenso für altbewährte Klänge wie das Orchester "Glück Auf" von Vattenfall am Nachmittag.

Die Frauen des Dorfes hatten wieder jede Menge leckeren Kuchen im Angebot. Traditionell wird dieser zu Hause vorbereitet und dann im dorfeigenen Steinbackofen auf dem Festgelände gebacken. Auch über selbstgebackenes Brot aus diesem Ofen konnten sich die Erntefestbesucher freuen. Der Kräuterdoktor bot heimische Kräuterliköre an. Für die Kinder waren jede Menge Beschäftigungsmöglichkeiten organisiert worden. Mit Tanz in den Abend klang dieses Erntefest schließlich aus.