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Tagespflege-Bedarf wächst in Guben

Die Kleine Gubener Blasmusik spielte beim deutsch-polnischen Herbstfest der Awo und des Naemi-Wilke-Stiftes volkstümliche Weisen.
Die Kleine Gubener Blasmusik spielte beim deutsch-polnischen Herbstfest der Awo und des Naemi-Wilke-Stiftes volkstümliche Weisen. FOTO: utr1
Guben. Erst seit dem Winter dieses Jahres existiert die Begegnungsstätte der Arbeiterwohlfahrt (Awo) an der Klaus-Herrmann-Straße in Guben. Die Mitarbeiter veranstalteten nun ihr erstes grenzüberschreitendes Herbstfest. Ute Richter / utr1

Zum deutsch-polnischen Herbstfest haben am Samstag viele Gubener und Gäste der Stadt das neue Tagespflege- und Begegnungszentrum an der Klaus-Herrmann-Straße besucht. Gemeinsam mit dem Naemi-Wilke-Stift luden die Organisatoren zu Musik und Kulinarischem von beiden Seiten der Neiße ein.

Der 500 Quadratmeter große Gebäudekomplex in der Obersprucke war von der Awo erst im Februar eröffnet worden. Investiert wurden in das lange leerstehende Objekt ungefähr 380 000 Euro.

Im Tagespflege- und Begegnungszentrum werden Menschen mit Pflegestufe tagsüber betreut. Die Pflegeleistungen und die medizinische Versorgung werden von Fachpersonal übernommen. Anschauen konnten die Besucher den Bereich der Tagespflege, zu dem unter anderem eine Mitmachküche, Kreativ- und Schlafräume sowie ein großes Pflegebad gehören. In einer kleinen Nische können die Rollstühle abgestellt werden. Der Bereich ist so konzipiert, dass auch demenzkranke Patienten mit hohem Bewegungsdrang dort ihre Runden laufen können. Auf der Westseite gibt es eine große Terrasse.

Im ebenfalls integrierten Begegnungszentrum können sich Selbsthilfegruppen, Vereine und Interessengemeinschaften treffen. Zur Verfügung stehen ein 80 Quadratmeter großer Begegnungssaal, mehrere kleine Räume, Küche und Dusche. "Mit diesem Herbstfest wollen wir unsere Türen öffnen und unser neues Objekt vorstellen", so Renate Bossack von der Awo. Tagespflegeleiterin Heidi Krüger erzählt, dass täglich zwölf bis 15 Männer und Frauen in die Einrichtung kommen. "Der Bedarf ist groß", sagt sie.

Am Samstag aber wurde gefeiert. Die Kleine Gubener Blasmusik sorgte für die richtige Herbststimmung. Die Frauen des polnischen Frauenvereins "Nysa" kümmerten sich um das leibliche Wohlder Besucher. "Es existieren gute Verbindungen zur polnischen Seite, wo es dank der guten Kontakte des Naemi-Wilke-Stiftes mittlerweile eine gute Zusammenarbeit mit dem Behindertenverein aus Gubin gibt", so Renate Bossack.

Auch waren Mitglieder des Gubiner Seniorenbeirates eingeladen, denn die Awo ist dort vertreten. Beide arbeiten seit Jahren gut zusammen. Gottfried Hain vom Naemi-Wilke-Stift sagte, dass man für das kommende Jahr einen gemeinsamen Plan erarbeiten werde, um die Kräfte, die die freien Träger haben, noch weiter zu bündeln. Am Samstag jedenfalls klappte das hervorragend, denn auch an die kleinsten Besucher war mit einer Bastelstraße gedacht.