| 02:39 Uhr

Streit um unbesetzte Sozialarbeiter-Stelle in Guben

Guben. Auf die kurzfristige Besetzung einer offenen 20-Stunden-Stelle im Bereich der Schulsozialarbeit drängt der Ausschuss für Soziales, Bildung, Jugend und Kultur. Hintergrund ist die Beendigung des Arbeitsverhältnisses mit der nur befristet eingestellten Schulsozialarbeiterin an der Gubener Friedensschule. sha

Eine nochmalige befristete Anstellung sei arbeitsrechtlich nicht möglich, erklärt Stefan Müller, Fachbereichsleiter im Rathaus. Stattdessen arbeitet jetzt Annett Pohl, Leiterin des Kinder- und Jugendfreizeitzentrums (KJFZ), wöchentlich 20 Stunden als Schulsozialarbeiterin an der Grundschule. Ihre Arbeit im KJFZ verkürzt sich von 40 auf 20 Stunden.

"Damit gehen aber 20 Stunden Schulsozialarbeit in Guben verloren", kritisiert Berit Kreisig, sachkundige Einwohnerin im Sozialausschuss und Leiterin der Europaschule. Das sei für sie inakzeptabel. "Schulsozialarbeit ist wichtig", betont sie. "Die 20 Stunden werden vom Landkreis bezahlt und nicht genutzt", sagt Kerstin Leutert-Glasche (GUB-SPN) und Geschäftsführerin des Hauses der Familie.

Als "zuwendungsrechtlich schwierig" bezeichnet Müller die Situation. Die beiden Sozialarbeiter an den Grundschulen der Stadt teilen sich eine vom Landkreis finanzierte Vollzeitstelle. Das Programm endet im Juni 2014. Im Anschluss daran muss sich die Stadt mit einem Eigenanteil von 25 Prozent an der Finanzierung beteiligen. Aktuell werde an einem Gesamtkonzept zur künftigen Sozialarbeit in Guben an der Schule und während der Freizeit gearbeitet.

"Das ist der falsche Weg", betont auch Stadtverordnete Christiane Fritzschka (CDU). Letztlich müssten die Gelder an den Landkreis zurückgezahlt werden. "Das macht keinen guten Eindruck", sagt Leutert-Glasche. Im gesamten Landkreis gibt es nur sechs ausgewählte Stellen für die Sozialarbeit an Grundschulen. Das Interesse daran sei auch in anderen Kommunen groß gewesen.

"Das Programm läuft noch ein Vierteljahr, da lohnt sich auch noch eine Übergangslösung", so Leutert-Glasche. Ausschuss-Vorsitzender Peter Stephan (Linke) hält einen entsprechenden Stadtverordnetenbeschluss am 2. April für machbar.