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Volkstrauertag
Stilles Gedenken auf dem Gubener Westfriedhof

Landrat Harald Altekrüger, Vertreter der Stadt Guben, von Kirchgemeinden und der Bundeswehr legten am Samstag Kränze am Hochkreuz anlässlich des Volkstrauertages nieder.
Landrat Harald Altekrüger, Vertreter der Stadt Guben, von Kirchgemeinden und der Bundeswehr legten am Samstag Kränze am Hochkreuz anlässlich des Volkstrauertages nieder. FOTO: Ute Richter
Guben. Anläßlich des Volkstrauertages fand die zentrale Veranstaltung des Spree-Neiße-Kreises am Samstag statt. Von Ute Richter

Die diesjährige zentrale Gedenkveranstaltung des Spree-Neiße-Kreises zum Volkstrauertag fand am Samstag in Guben statt. Nach dem gemeinsamen Gang zum Hochkreuz auf dem Westfriedhof erinnerten der Landrat, Vertreter der Stadt, von Kirchgemeinden und der Bundeswehr mit mahnenden Worten. Es ging um Erinnerung an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft aller Nationen, von Vertreibung und Verfolgung. Gedenkansprachen dazu hielten Landrat Harald Altekrüger, der amtierende Bürgermeister der Stadt Guben, Fred Mahro, Pfarrer Dschin-u Oh sowie Uwe Schulz von der Stadt Guben. „Es liegt an uns, an unserer Generation diese Mahnung weiterzugeben“, so das Gubener Stadtoberhaupt.

Neben historischen Bekanntmachungen aus Wehrmachtsberichten erzählte Uwe Schulz, dass es in Guben 443 Kriegstote gibt, die auf Friedhöfen in der Neißestadt ihre letzte Ruhe fanden. 268 davon liegen auf dem Westfriedhof, 204 davon sind namentlich bekannt. Er berichtete, dass noch heute Angehörige nach dem Verbleib der damaligen Soldaten in der Stadtverwaltung nachfragen. Umso wichtiger sei das Totengedenken und auch deshalb pflegt die Stadt nach historischer Verpflichtung diese Kriegsgräberstätten. Das Brandenburger Landespolizeiorchester unterstützt diese Pflege jährlich mit einem Benefizkonzert in Guben, dessen Erlös traditionell dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge zugutekommt. Der Verein hatte 1919 diesen Tag als Gedenktag für die gefallenen deutschen Soldaten des Ersten Weltkrieges vorgeschlagen. 1922 fand die erste Gedenkstunde im Reichstag statt. Seit 1926 findet der Volkstrauertag regelmäßig statt.

Pfarrer Oh begann seine Ausführungen mit einem Bibelzitat: „Trauern ist besser als Lachen, denn durch Trauern wird das Herz gebessert.“ „Dieses biblische Wort könnte bei der Einführung des Volkstrauertages Pate gestanden haben“, so der Geistliche. Auch er erinnerte an die vielen Toten in vielen Kriegen sowie an die Hinterbliebenen. Doch er machte auch Hoffnung, trotzdem es noch so viele Kriege auf der Welt gibt. „Wir müssen diesen Frieden selber machen, um des Friedens Willen, um unserer aller Zukunft Willen“, so Pfarrer Oh.

Die Worte zum Totengedenken sprach Oberstleutnant Stefan Giebler, Leiter des Kreisverbindungskommandos Spree-Neiße. Er erinnerte damit an die Opfer von Gewalt und Krieg, an Männer und Frauen aller Völker, die verfolgt oder getötet wurden, an die vielen Flüchtlinge, an die Bundeswehrsoldaten, die im Dienst für ihr Land ihr Leben lassen mussten. „Unsere Verantwortung gilt dem Frieden“, sagte Giebler.

Anschließend legten die Teilnehmer Kränze nieder und verbeugten sich ehrwürdig vor dem Hochkreuz.