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Stasibelasteter Abgeordneter der Linken: Aus Überzeugung gehandelt

Audiokassetten des Ministerium für Staatssicherheit (MfS) liegen auf einem Tisch (undatierte Aufnahme). Die Zeit nagt gewaltig an den Fotos, Video- und Audioaufnahmen. Manche Bänder verkleben, andere fallen mit der Zeit buchstäblich auseinander. Um auf die Gefährdung von zum Teil jahrzehntealten Fotografien, Filmen und Tönen aufmerksam zu machen, begeht die internationale Organisation UNESCO am 27. Oktober den „Welttag des audiovisuellen Erbes“ Foto: BStU/Hertel (zu dpa "Kampf gegen den Verfall - Jahn-Behörde digitalisiert Stasi-Dokumente" vom 26.10.2011) +++(c) dpa - Bildfunk+++
Audiokassetten des Ministerium für Staatssicherheit (MfS) liegen auf einem Tisch (undatierte Aufnahme). Die Zeit nagt gewaltig an den Fotos, Video- und Audioaufnahmen. Manche Bänder verkleben, andere fallen mit der Zeit buchstäblich auseinander. Um auf die Gefährdung von zum Teil jahrzehntealten Fotografien, Filmen und Tönen aufmerksam zu machen, begeht die internationale Organisation UNESCO am 27. Oktober den „Welttag des audiovisuellen Erbes“ Foto: BStU/Hertel (zu dpa "Kampf gegen den Verfall - Jahn-Behörde digitalisiert Stasi-Dokumente" vom 26.10.2011) +++(c) dpa - Bildfunk+++ FOTO: BStU (dpa)
Guben. Der Abgeordnete der Linken in der Gubener Stadtverordnetenversammlung, Peter Stephan, hat eine persönliche Erklärung zu seiner Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Staatssicherheit der DDR (MfS) abgegeben.

Danach hat er von Dezember 1985 bis August 1988 als "Gesellschaftlicher Mitarbeiter Sicherheit (GMS) in seiner Zeit als Grenzsoldat in Potsdam Informationen an den DDR-Geheimdienst geliefert. "Ich habe Berichte über andere Soldaten geschrieben und die darin eingeschätzt", so Stephan.

Als Motiv dafür gibt er seine damalige politische Überzeugung an. "Es ging bei den Einschätzungen darum, Fahnenflucht zu verhindern und herauszufinden, wer in besonders sensible Grenzbereiche geschickt werden konnte, weil er zuverlässig war." Nach seiner Armeezeit habe er keinen Kontakt mehr zur Stasi gehabt, sagt der Kommunalpolitiker.

Auf die Frage, warum er seine Stasitätigkeit nicht bereits beim Überprüfungsbeschluss der Stadtverordneten offenbart habe, sagt Stephan: "Ich habe wohl den richtigen Zeitpunkt verpasst."

Außer bei Stephan wurde nur noch beim zur Zeit beurlaubten Bürgermeister Klaus-Dieter Hübner (FDP) eine Stasibelastung als IM festgestellt. Auch Hübner hatte als Grenzsoldat in Thüringen Berichte über andere Wehrpflichtige geliefert. sim