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| 02:38 Uhr

Start frei für Onleihe in Guben

Per Computer, Tablet oder elektronischen Lesegeräten können Bücher, Audio-Dateien und Videos heruntergeladen werden. Bibliothekschefin Kerstin Mattner (l.) und Projektverantwortliche Sophie Winkler freuen sich auf den Start am Montag.
Per Computer, Tablet oder elektronischen Lesegeräten können Bücher, Audio-Dateien und Videos heruntergeladen werden. Bibliothekschefin Kerstin Mattner (l.) und Projektverantwortliche Sophie Winkler freuen sich auf den Start am Montag. FOTO: S. Halpick
Guben. Das digitale Zeitalter hält jetzt auch Einzug in die Stadtbibliothek Guben: Ab kommendem Montag können sich alle Kunden Bücher, Hörspiele, Zeitungen und Videos online ausleihen. Die Neißestadt schließt sich dem Onleihe-Verbund Niederlausitz an, zu dem bereits sieben weitere Bibliotheken in der Region gehören. Silke Halpick

"Der Zeitpunkt ist genau richtig", sagt Kerstin Mattner, Leiterin der Gubener Stadtbibliothek. Zwar gehört die Einrichtung zu den letzten im Landkreis Spree-Neiße, die mit der Online-Ausleihe starten. Dafür könne sie von den Erfahrungen der Vorreiter profitieren. Auch die Zahl der verfügbaren Medien sei in den vergangenen Jahren erst allmählich auf aktuell recht beachtliche 6000 angestiegen.

Kerstin Mattners persönlicher Favorit ist das Tablet, mit dem sie sich die entsprechende App heruntergeladen hat und auf dem sie nun durch das Zeitschriftensortiment stöbert. "Der Spiegel", die "Frankfurter Allgemeine Zeitung", "Finanztest", aber auch "Gala" oder "LandGenuss" können gelesen werden. "Die Bilder und Farben auf dem Tablet sind einfach fantastisch", schwärmt sie.

Da kann der kleine tolino als E-Book-Reader (digitales Lesegerät) in Schwarz-Weiß-Optik nicht mithalten. Dafür punktet dieser mit einer mehrwöchigen Akkulaufzeit und einem strahlungsarmen Bildschirm. Auch mit ihm ist die Online-Ausleihe möglich. Projektverantwortliche Sophie Winkler empfiehlt allerdings, fürs Stöbern im Bestand den Computer zu benutzen. "Auf dem tolino-Display ist alles sehr klein", begründet sie. Die heruntergeladenen Dateien können aber auf den tolino übertragen werden.

Was sich jetzt ganz einfach anhört, hat die Gubener Stadtbibliothek immerhin ein halbes Jahr an Vorbereitungszeit gekostet. "Die technischen Voraussetzungen mussten geschaffen, die Mitarbeiter geschult werden", sagt Mattner. Finanziert wurde das Onleihe-Projekt aus dem laufenden Budget. Zusatzkosten seien nicht entstanden. "Wir haben geschaut, wo wir sparen können", betont die Leiterin. So wurden weniger Musik-CDs neu gekauft, weil hier auch die Nachfrage sinkt.

"Schon jetzt gibt es viele Anfragen zur Online-Ausleihe", sagt Kerstin Mattner. Nutzen kann sie jeder angemeldete Bibliothekskunde, der seinen Mitgliedsbeitrag gezahlt hat. Allerdings muss er über die technischen Voraussetzungen verfügen, Leihgeräte gibt es nicht.

Als Vorteil sieht Mattner, dass Menschen im ländlichen Raum sich Wege sparen und die Online-Bibliothek 24 Stunden lang nutzen können. Auch die Rückgabe entfällt, da nach Ablauf der Entleihfrist die Daten nicht mehr verfügbar sind.

"Die Onleihe wird sehr, sehr gut angenommen", sagt Kerstin Promnitz, Leiterin der Kreisbibliothek in Spremberg. Ihre Einrichtung ist der Vorreiter in Sachen digitale Ausleihe, die es hier schon seit sechs Jahren gibt. Insgesamt 10 400 Entleihungen hat es im gesamten Verbund Niederlausitz 2016 gegeben. "Die Onleihe ist aber immer nur ein Zusatzangebot", sagt Promnitz. Der Großteil der Bibliothekskunden hole sich die Bücher nach wie vor aus dem Regal.

Zum Thema:
Wie die neue Online-Ausleihe funktioniert, erklären die Mitarbeiter der Gubener Stadtbibliothek interessierten Nutzern im Rahmen einer Informationsveranstaltung am 22. Februar, um 15 Uhr, direkt in der Einrichtung. "Die Geräte können auch mitgebracht werden", sagt Sophie Winkler als Projektverantwortliche. Die Onleihe wird im Verbund Niederlausitz angeboten. Zu diesem Zusammenschluss gehören auch die Bibliotheken in Spremberg, Forst, Calau, Großräschen, Lübbenau-Vetschau, Schwarzheide und Senftenberg.