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Stadtpark
Grüne Lunge für Guben und Gubin

Der Europark.
Der Europark. FOTO: Katrin Janetzko / LR
Guben. Hundepark, Rodelbahn oder Hubschrauberlandeplatz – Bürger sollen Konzept mitgestalten.

Die Grünanlagen im Gubener und Gubiner Stadtgebiet sollen im Rahmen der neuen Interreg-Periode über das Projekt „Europark“ attraktiver gestaltet werden. Die Planung befindet sich noch in einem frühen Stadium. Ein Entwurf wurde Anfang der Woche erstmals in der Sitzung der gemeinsamen Kommission Eurostadt Guben-Gubin vorgestellt.

Vorgesehen ist, den vorhandenen Stadtpark in Guben instand zu setzen und aufzuwerten sowie drei weitere innerstädtische Grünflächen zu gestalten. „Die Teichanlage, das Ufer und die Vogelvoliere im Stadtpark sollen beispielsweise neu gestaltet werden“, erklärt Carola Huhold vom Fachbereich Stadtentwicklung den Ausschussmitgliedern. „Außerdem soll der Stadtpark erweitert werden.“ Die Erweiterung ist an der nördlichen Grenze des Parks entlang der Bethanienstraße und der Straße An der Berglehne geplant. „In diesem Bereich sollen auch befestigte Flächen entstehen“, führt Carola Huhold weiter aus. Hierbei gibt es den Vorschlag, einen Landeplatz für Hubschrauber und Heißluftballons zu errichten.

In dem Konzept werden weiterhin Grünflächen in der Gasstraße, an der ehemaligen Kleingartenanlage, sowie die Ecke Karl-Marx-Straße

Pestalozzistraße berücksichtigt. „Es soll auch in der Innenstadt eine kleine Parkfläche geben“, so Carola Huhold. Neben Wege- und Grünverbindungen sind Baum-, Strauch- und Staudenpflanzungen sowie Gestaltungselemente in der Planung vorgesehen.

Das Projekt ist grenzübergreifend angedacht. Auch in Gubin sind Modernisierungen der Grünanlagen und neue Pflanzungen geplant. „Wir wollen den Park durch neue Bänke und Spielflächen attraktiver gestalten“, erklärt Krzysztof Dziurdziewicz von der Gubiner Stadtverwaltung. „Auch weitere Parkplätze sollen entstehen.“

In Gubin hat sich die Stadt außerdem schon Gedanken über einen Namen gemacht. „Als verlängertes Projekt zum ‚Grünen Pfad Guben-Gubin’ würden wir es gerne die ‚Grüne Lunge von Guben-Gubin’ nennen“, so Krzysztof Dziurdziewicz. Bereits der grüne Pfad habe seiner Meinung nach bedeutend dazu beigetragen, die beiden Städte schöner zu gestalten. Die Projektkosten von 1,078 Millionen Euro für den Grünen Pfad, der von der Obersprucke über die Cottbuser Straße oder durch den Stadtpark und die Innenstadt an die Neiße bis nach Gubin führt, wurden ebenfalls aus dem Fördertopf für europäische Grenzregionen bezuschusst.

Gubins Bürgermeister Bartłomiej Bartczak befürwortet die weitere Neugestaltung der Grünanlagen ebenfalls. „Ich hoffe, dass dieses Projekt gelingt“, so Bartłomiej Bartczak auf der Sitzung der gemeinsamen Kommission. „Es ist wichtig wegen der Ästhetik und ergänzt die anderen Investitionen der vergangenen Jahre.“

Weniger begeistert von dem Planungsentwurf war Imker und Naturschützer Uwe Tzscheppan. Er mahnte: „Wir können nur im Einklang mit der Natur leben.“ Der engagierte Bürger hat Sorge, dass der Stellenwert der Natur in dem Konzept zu niedrig eingeschätzt wird. Uwe Tzscheppan hofft, dass die Gubener bei der weiteren Planung mehr mit einbezogen werden. „Außerdem muss bei den Pflanzungen  botanisches Fachwissen hinzugezogen werden“, schlägt der Imker vor.

Auch Günter Quiel, Vorsitzender vom Ausschuss Umwelt, Verkehr, Ordnung, Sicherheit und Euromodellstadt, möchte die Gubener in die Planung einbeziehen. „Der Stadtpark ist für die Menschen da, daher sollten sie mitreden“, findet  Günter Quiel. Er sieht in dem Konzept eine Chance, Probleme in der Stadt anzugehen. „In Guben gibt es viele Hundebesitzer, und die suchen verzweifelt nach einer Möglichkeit, ihren Hund frei laufen zu lassen“, weiß der Abgeordnete. „Warum sollte also nicht ein Teil der Erweiterung als Hundepark genutzt werden?“ Als weiteren Punkt nennt er den schlechten Zustand der Vogelvoliere. „Außerdem gibt es im Stadtgebiet von Guben keine Rodelbahn. Früher hatten wir eine Rodelbahn am Stadtpark, und viele Gubener wünschen sie sich zurück“, nennt Günter Quiel eine andere Baustelle.

Bei der Ausgestaltung möchte er die Vereine miteinbeziehen. „Der Hundeverein weiß doch am besten, wie so ein Hundepark eingezäunt werden muss“, findet der Abgeordnete. Gleichzeitig möchte er die Vereine auch für die Instandhaltung in die Pflicht nehmen. „Nur so funktioniert das Projekt nachhaltig“, sagt Günter Quiel.

Die genaue Planung soll im ersten Quartal 2018 erfolgen. „Bis Ende April muss das Konzept eingereicht werden“, erklärt  Carola Huhold. Sie geht von einer geplanten Realisierung erst in 2019/2020 aus.

Der Stadtpark von Guben soll erweitert werden.
Der Stadtpark von Guben soll erweitert werden. FOTO: Michèle-Cathrin Zeidler