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| 15:04 Uhr

Konzept für Kulturzentrum Obersprucke
Tanz um Förderung geht weiter

Die Mitglieder der Arbeiterwohlfahrt hatten im vergangenen Jahr Fasching im Kulturzentrum Obersprucke gefeiert. Seit Jahren wird um eine Entgeltordnung für das Objekt gerungen.
Die Mitglieder der Arbeiterwohlfahrt hatten im vergangenen Jahr Fasching im Kulturzentrum Obersprucke gefeiert. Seit Jahren wird um eine Entgeltordnung für das Objekt gerungen. FOTO: Halpick
Guben. Guben stellt neues Konzept für Kulturzentrum Obersprucke vor und hofft auf großen Wurf. Von Silke Halpick

Wie kann die Stadt Guben trotz begrenzter Haushaltsmittel die ehrenamtliche Vereinsarbeit unterstützen? Das ist eine Frage, die die Stadtverordneten bereits seit mehreren Jahren umtreibt. Auslöser dafür war der Streit um eine Entgeltordnung für das Kulturzentrum Obersprucke.  Nun präsentiert die Stadtverwaltung erstmals ihre neuen Ideen. Erhofft wird der große Wurf.

Noch können die Vereine die Räume im Kulturzentrum Obersprucke kostenlos nutzen. Alle bisherigen Versuche, sie an den Mietkosten für das Objekt der Gubener Wohnungsgesellschaft (Guwo) zu beteiligen, sind fehlgeschlagen. Die Ehrenamtler kritisierten die Höhe der geplanten Gebühren. Die Stadtverordneten befürchteten ein Sterben der kulturellen und sozialen Arbeit in dem ohnehin sensiblen Stadtteil – und lehnten die  Beschlussvorlagen der Verwaltung ab.

Der neue Entwurf umfasst eine neue Entgeltsatzung sowie zwei geänderte Förderrichtlinien.  „Es gibt zwei Varianten“, erklärt Mandy Große, Fachbereichsleiterin für Kita, Schulen und Soziales. Zum einen können die Vereine eine entgeltfreie Nutzung der Räume beantragen. Wird das von den Stadtverordneten abgelehnt, bleibt als zweite Möglichkeit, einen 75-prozentigen Zuschuss auf die Mietkosten zu beanspruchen. Dieser Anspruch soll in die bereits bestehenden Förderrichtlinien der Stadt zur finanziellen Unterstützung der sozialen und der kulturellen Arbeit ganz neu aufgenommen werden. Bislang ist hier nur der Zuschuss für bestimmte Einzelprojekte vorgesehen.

Die bereits bestehende Entgeltordnung für die Nutzung von Räumlichkeiten der Stadt wird erweitert und preislich neu angepasst. Weil die Stadt „gut gewirtschaftet habe“, konnten bei „99 Prozent der Flächen Kostenminimierungen“ erzielt werden, wie Sven Rogosky als Baufachbereichsleiter erklärt.  

So soll beispielsweise die Tagesmiete für den Konzertsaal der Musikschule von aktuell 70 Euro auf 55 Euro sinken. Für den Lesesaal der Bibliothek werden 45 statt 60 Euro pro Tag fällig, für die Alte Färberei 235 Euro statt bisher 240 Euro. Als neue Objekte kommen neben dem Kulturzentrum Obersprucke auch das Hutcafé sowie Beratungsräume im Rathaus hinzu.

Vereine, die beispielsweise den Saal im Kulturzentrum Obersprucke nutzen wollen, müssen demnach zunächst 120 Euro  pro Tag oder 40 Euro pro Stunde zahlen. Für den Vereinsraum sind es 40 Euro pro Tag oder zehn Euro pro Stunde. Mit dem 75-prozentigen Zuschuss sinken die Gebühren allerdings erheblich: auf 30 Euro pro Tag und zehn Euro pro Stunde für den Saal beziehungsweise zehn Euro pro Tag und 2,50 Euro pro Stunde für den Vereinsraum.

Ein „großes Maß an Gerechtigkeit“ erhofft sich der amtierende Bürgermeister Fred Mahro von der neuen Richtlinie. Wie viel Geld das die Stadt möglicherweise zusätzlich kostet, ist noch unklar. Das muss selbst Kämmerer Björn Konetzke einräumen. Mit planbaren Zahlen rechnet er erst in ein, zwei Jahren, weil weder das Nutzerverhalten noch die Entscheidungen der Stadtverordneten vorhersehbar seien. Allerdings gibt es seiner Ansicht nach durch den 25-prozentigen Eigenanteil Mehreinnahmen gegenüber der aktuellen Regelung.

Grundsätzlich gegen Gebühren im Kulturzentrum Obersprucke sprechen sich die Stadtverordneten Jana Wilke (GUB-SPN) und Günther Krause (FDP) aus. Christiane Fritzschka (CDU) kritisiert, dass an einem Objekt festgehalten wird, das nur zu zehn Prozent ausgelasteten ist. Mit dem Thema will sich auch der Sozialausschuss auf seiner nächsten Sitzung am 17. Januar beschäftigen.