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| 15:25 Uhr

Guben
Wird Camp Deulowitz jetzt doch verkauft?

Touristenstützpunkt am Deulowitzer See. Die Betreibersuche geht weiter.
Archivfoto: H. Stürmer
Touristenstützpunkt am Deulowitzer See. Die Betreibersuche geht weiter. Archivfoto: H. Stürmer FOTO: Harriet Stürmer
Guben. Stadt Guben bringt Vorlage erneut ein. Diesmal wird aber ein Nutzungskonzept von den Interessenten gefordert. Silke Halpick

Der Verkauf des Touristenstützpunktes Deulowitz liegt wieder auf dem Tisch der Gubener Stadtverordneten. Neu an der Vorlage ist lediglich, dass Interessenten mit ihrem Kaufangebot ein Nutzungskonzept einreichen müssen.

Erst im September 2017 hatte der amtierende Bürgermeister Fred Mahro die Vorlage zurückgezogen. Zuvor wurde in den einzelnen Fachausschüssen sehr intensiv über die Ausschreibung diskutiert. Viele Abgeordnete befürchten, dass der Verkauf des 1,6 Hektar großen Areals am Deulowitzer See auch das Aus für den derzeitigen Betreiber sein könnte. Die Verwaltung wurde aufgefordert, Alternativen zu prüfen.

Herausgekommen ist eine fast identische Vorlage, die am Mittwoch erstmals bei der Sitzung des Haushaltsausschusses behandelt wurde. Neu ist aber der Passus, dass das Grundstück „zum Zweck der Erholung und Freizeitnutzung“ genutzt werden muss. Damit sei ausgeschlossen, dass das Grundstück für Wohnzwecke verwendet werden könne, betont Marlies Sterz vom zuständigen Fachbereich Grundstücksmanagement.

Auf die Angabe eines Mindestgebotes wurde bewusst verzichtet, wie Sterz weiter erklärt. Laut Auskunft der Kommunalaufsicht des Landkreises sollen öffentliche Ausschreibung keine Kaufpreisangaben enthalten. Allerdings wird auf einen in Vorbereitung der Ausschreibung ermittelten Verkehrswert von 118 000 Euro verwiesen. Das ist offenbar auch der Betrag, mit dem die Stadt rechnet. Jeder Euro weniger sei Bilanzverlust, wie Kämmerer Björn Konetzke einräumt.

Gegen eine weitere Einschränkung der Nutzung spricht sich die CDU-Stadtverordnete Christiane Fritzschka aus. „Vielleicht kommt ja jemand mit einer ganz tollen Idee“, begründet sie. Der amtierende Bürgermeister Fred Mahro rechnet zwar nicht mit diesem Idealfall, hält aber weitere Vorgaben an den Investor über die Zweckbindung hinaus rechtlich für „nicht zulässig“.

„Das Vorhalten einer solchen Einrichtung“ sei eine freiwillige Leistung und „nicht originäre Aufgabe der Stadt“, wie Mahro betont. Der Verkauf des Touristenstützpunktes steht auch im Haushaltssicherungskonzept, das die Stadtverordneten zusammen mit dem Doppelhaushalt 2017/18 im April 2017 beschlossen hatten. Sollte es keinen Bieter geben oder die Vorlage abgelehnt werden, müssten andere Konsolidierungsmaßnahmen gefunden werden, warnt der amtierende Bürgermeister.

Der Vertrag mit dem gemeinnützigen Verein „Ferieninitiative Grenzenlos“ als aktueller Betreiber läuft Ende 2018 aus. Das Camp hat einen guten Ruf - auch über Gubens Grenzen hinaus. Klassenfahrten, Feriencamps und andere pädagogische Angebote für Kinder und Jugendliche stehen das ganze Jahr auf dem Programm. Die Gäste kommen aus Brandenburg und Sachsen. Beliebt ist der Touristenstützpunkt, weil sich den Urlaub hier auch sozial schwache Familien leisten können.

Der Verein selbst hat aber nicht so viel Geld, um das Areal zu kaufen. Geschäftsführer Frank Retzlaff hofft auf einen Kompromiss, wie er schon im August gegenüber der RUNDSCHAU sagte. Damals kündigte er auch an, ein Angebot abgeben zu wollen, das aber vermutlich unter den Erwartungen der Stadt liegen werde. Gestern war er nicht erreichbar.

Theoretisch könnte der Vertrag nochmals um drei Jahre verlängert werden, sagt Mahro auf RUNDSCHAU-Anfrage. Diese Variante hält er allerdings für eine schlechte Lösung, weil sich das Problem nur zeitlich verschiebe. Zudem müsse die Stadt dann auch die Kosten für den bereits aufgelaufenen Investitionsstau tragen. Für die Erneuerung der Heizungs- und Sanitäranlagen sowie die Malerarbeiten an mehreren Gebäuden wird mit 120 000 Euro gerechnet. Dieses Geld sei nicht im Haushalt eingestellt, betont Mahro.