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| 16:53 Uhr

Neuregelung der Vereinszuschüsse
Guben schüttet Fördertöpfe aus

Der Stadtchor Guben bereichert auch an diesem Wochenende wieder das Kulturangebot in Guben, Eintritt wird nie verlangt, nur um Spenden gebeten. Die neue Förderrichtlinie stellt den Chor vor die Herausforderung, eine 500-Euro-Lücke zu schließen.
Der Stadtchor Guben bereichert auch an diesem Wochenende wieder das Kulturangebot in Guben, Eintritt wird nie verlangt, nur um Spenden gebeten. Die neue Förderrichtlinie stellt den Chor vor die Herausforderung, eine 500-Euro-Lücke zu schließen. FOTO: LR / Silke Halpick
Guben. Nutznießer sind vor allem die Sportvereine und die Mieter des Kulturzentrums Obersprucke. Von Silke Halpick

Die Stadt zeigt sich spendabel und schüttet ihre alljährlichen Zuschüsse an die Vereine aus. Die Sportler bekommen für ihre Nachwuchsförderung eine Pro-Kopf-Pauschale von 23,72 Euro. Erstmals werden auch die Miet- und Betriebskosten für die Nutzer des Kulturzentrums Obersprucke  (KZO) über diesen Weg bezuschusst.

Mehrere Jahre haben Verwaltung, Stadtverordnete und Betroffene nach einer Lösung für die künftige Finanzierung des Kulturzentrums gerungen. Die Immobilie gehört der Gubener Wohnungsgesellschaft (Guwo),  wird von der Stadt angemietet, die wiederum den Nutzern Miet- und Betriebskosten in Rechnung stellt.  So kostet beispielsweise der Saal des KZO 30 Euro pro Stunde, der Vereinsraum zehn Euro.

Um dem befürchteten Aus für das kulturelle und soziale Leben in der Stadt entgegenzuwirken, wurde gleichzeitig eine neue Förderrichtlinie beschlossen. Nach dieser können gemeinnützige Vereine einen Zuschuss von 75 Prozent auf die Miet- und Betriebskosten beantragen. Allerdings müssen die Stadtverordneten zustimmen. Im Sozialausschuss wurde bereits die Ampel auf Grün für fast alle Anträge gestellt. Letztes Wort hat aber der Hauptausschuss am kommenden Montag.

Lediglich der Verein Gubener Tuche und Chemiefasern, der die Ausstellungsräume unter der Musikschule nutzt, soll sich mit einen Zuschuss von nur 50 Prozent begnügen. „Weil der Verein Eintritt verlangt, dieser aber verschwindend gering ausfällt“, begründet Mandy Große, Sozialfachbereichsleiterin im Gubener Rathaus. Zuschüsse beantragt haben außerdem beispielsweise  der Briefmarkensammlerverein, der Gubener Stadtchor, die BUND-Ortsgruppe, die Volkssolidarität, die Seniorentanzgruppe des Hauses der Familie und der Kleingärtnerverein „Obersprucke“.

„Froh“, dass die Ortsgruppe 17 der Volkssolidarität nicht 100 Prozent, sondern nur 25 Prozent der Mietkosten tragen muss, ist Frank Märker. Gemeinsam mit seiner Frau Gerlinde organisiert er bereits seit vielen Jahren Veranstaltungen für hochbetagte Senioren im KZO. An welchen Stellen nun gespart werden soll, um die 25 Prozent aufbringen zu können, weiß er noch nicht genau.

Auch der Stadtchor bleibt auf einem Differenzbetrag von rund 500 Euro pro Jahr sitzen, wie Vorsitzender Udo Koob einräumt. „Das muss erst einmal erwirtschaftet werden“, sagt er.  Der Chor der Stadt Guben verlangt keinen Eintritt bei Konzerten, lediglich eine Kollekte wird erbeten.

An den Zuschüssen für die Nachwuchsarbeit der Gubener Sportvereine ändert sich hingegen nichts. Zu verteilen sind 13 000 Euro, da es keine Anträge für besondere Projekte und Bauvorhaben gab. Dann fließt der Betrag aus den beiden Fördertöpfen direkt in die Nachwuchsförderung. Bei insgesamt 548 Sport treibenden Kindern und Jugendlichen ergibt sich eine Pro-Kopf-Prämie von 23,72 Euro. Grundlage für die Berechnung sind die Zahlen des Deutschen Sportbundes, wie Mandy Große erklärt.

Vor zwei Jahren lag die „Kopfprämie“ noch bei 26,40 Euro. Der Grund war die etwas geringere Anzahl von gemeldeten Kindern. 2015 gab es nur 16 Euro pro Kopf.  Damals stellten die Vereine noch Anträge auf Zuschüsse für Projekte wie den Neubezug eines Billardtisches. Allerdings sprachen sich im Folgejahr die Vereine für eine Vereinfachung der Richtline und eine grundsätzliche Pro-Kopf-Ausschüttung aus. Doch das wollten die Stadtverordneten nicht.

Von den Nachwuchszuschüssen profitieren unter anderem der SV Chemie Guben mit 235 Kindern, der 1. FC Guben (74), der ESV Lok Guben (38), der Tauchclub (21) und der Polizeisportverein (17).

Den Antrag des BSV Guben-Nord mit 106 gemeldeten Kindern zog Große auf der Sitzung des Sozialausschusses vorerst zurück. Einen Grund nannte sie im öffentlichen Teil der Sitzung nicht.