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| 11:47 Uhr

Staatsanwalt fordert drei Jahre Haft für Ex-Guwo-Chef

Der Angeklagte (r) steht am 07.10.2016 mit seinem Anwalt Uwe Freyschmidt in einem Verhandlungssaal des Landgerichts Cottbus (Brandenburg) und wartet auf den Prozessauftakt.
Der Angeklagte (r) steht am 07.10.2016 mit seinem Anwalt Uwe Freyschmidt in einem Verhandlungssaal des Landgerichts Cottbus (Brandenburg) und wartet auf den Prozessauftakt. FOTO: Anna Ringle (dpa-Zentralbild)
Cottbus. Im Prozess gegen den Ex-Chef der Gubener Wohnungsgesellschaft wegen Veruntreuung einer halben Million Euro hat die Staatsanwaltschaft am Montag auf eine Haftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten plädiert. Die Verteidigung setzt auf eine Bewährungsstrafe. bob

Dass Jörg K. (Name von der Redaktion geändert) zwischen März 2010 und April 2013 fast eine halbe Million Euro von Konten des kommunalen Gubener Wohnungsunternehmens Guwo auf eigene Konten umgelenkt, bar abgehoben oder damit private Rechnungen beglichen hat, ist weitestgehend unstrittig. Er hat dies während der Beweisaufnahme vor dem Landgericht Cottbus eingeräumt.

Die Frage ist, ob und wie er dafür verurteilt werden kann. Oberstaatsanwalt Frank Winter ist sich sicher, dass Jörg K. ins Gefängnis gehört. Drei Jahre und sechs Monate fordert er am Montag in seinem Schlussplädoyer. Zwölf Taten in einem Zeitraum von zweieinhalb Jahren sind am Ende der Beweisaufnahme übrig geblieben. Der Gesamtschaden summiert sich auf rund 454 000 Euro. Zwar habe der Angeklagte im Lauf der Verfahrens Geständnisse abgelegt, diese jedoch immer nur scheibchenweise. "Sie haben im wahrsten Sinne des Wortes Machtmissbrauch betrieben", sagt Winter in Richtung des Angeklagten. Jörg K. habe sich bewusst "die Taschen vollgeschlagen".

Anders sieht das die Verteidigung. Rechtsanwalt Uwe Freyschmidt verweist auf die gesundheitlichen Probleme des Angeklagten, der unter Herzrhythmusstörungen und depressiven Störungen leidet. Er habe die Taten nicht aus Gier sondern in einem Zustand der Existenzangst begangen. Freyschmidt plädiert daher auf eine Bewährungsstrafe.

Vorwürfe der Urkundenfälschung wurden in vier Fällen zurückgezogen. Das Urteil wird am Nachmittag erwartet.