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| 16:11 Uhr

Fussball
Schneeballschlacht-Sieg in letzter Minute

Gubens Spielertrainer Franz-Aaron Ullrich (r.) bittet den Lübbener Romano Lindner hier etwas ungestüm zum Schneewalzer.
Gubens Spielertrainer Franz-Aaron Ullrich (r.) bittet den Lübbener Romano Lindner hier etwas ungestüm zum Schneewalzer. FOTO: Ute Richter
Brandenburgliga. Gubens Marc Fingas sorgt in der Brandenburgliga für den späten 2:1-Heimerfolg des BSV gegen Grün-Weiß Lübben. Von Roland Scheumeister

BSV Guben Nord – Grün-Weiß Lübben 2:1 (0:0). T: 1:0 Mrowca (54.), 1:1 Trehkopf (83./FE), 2:1 Fingas (90.); S: Buttenstedt (Senftenberg); GRK: Mrowca (BSV/72., ­wdh.Foulspiel); RK: Pereira de Brito Junior (GWL/75., grobes Foulspiel): Z: 80; Guben Nord: Hübner – Herzog, Ullrich, Schulze, Hauf (63.Richter) – Kunzke, Schack (46.Meyer), Mrowca, Ost – Fingas, Waszkowiak. Lübben: Kopsch – Friedrich, Leschnik, Trehkopf, Müller – Lindner, Köhler, Menzlow (90.Würfel), Alves Ferreira – A.Zelder (89.Hagen), Pereira de Brito Junior.

 

Mit den Platzverhältnissen auf dem tiefen Schneeboden kamen die Lübbener besser zurecht als die Gastgeber. In ihren Reihen kamen die Pässe besser bei den Adressaten an. Allerdings gingen die Schüsse, zumeist von Torjäger Romano Lindner aus der Distanz abgefeuert, daneben oder wurden eine Beute von BSV-Keeper Danny Hübner. Gubens Franz-Aaron Ullrich musste auf der Linie klären (19. Min.). Schließlich rettete Hübner vor Markus Müller (35.) und der BSV war mit dem Glück im Bunde, als, nach zu kurzer Abwehr eines Balls von Antonio Pereira de Brito Junior, Robert Menzlow aus Nahdistanz das Tor verfehlte.

Die Breesener, die nicht so gut in die Zweikämpfe kamen, hatten ebenfalls einige Halbchancen. So als Arek Waszkowiak, von Patryk Mrowca geschickt, zu zögerlich abschloss, und Kevin Hauf, nach Frei­stoß von Marc Fingas und Kopfballverlängerung von Alexander Ost, per Flugkopfball nur knapp den Kasten verfehlte.

Nach einer ausführlichen Pausenanalyse kamen die Platzherren mit deutlich mehr Elan aus der Kabine zum zweiten Durchgang. Vor allem der, wegen berufsbedingtem Trainingsrückstand, zunächst nur für die Bank nominierte Philipp Meyer kurbelte nach seiner Einwechslung, praktisch jedem Ball nachsetzend, das Angriffsspiel an. Er verfehlte bei seinem ersten Angriff knapp das Tor (46.), und Ullrichs Kopfball, nach Freistoß von Fingas, parierte Lübbens Schlussmann Fabian Kopsch.

Einen tückischen Aufsetzer René Trehkopfs entschärfte auf der anderen Seite Hübner im Nachfassen (49.). Dann eroberte Mrowca das Streitobjekt an der Strafraumgrenze und zog entschlossen aus 18 Metern ab. Kopsch war zwar noch mit einer Hand dran, konnte aber nicht verhindern, dass der Ball hinter ihm im Netz landete.

Die Spreewäldler ruckten sofort an und drängten auf den Ausgleich. Ein Distanzschuss Lindners ging knapp über das Gehäuse (63.) und Tino Richter holte die Kugel vor dem einschussbereiten Grünweiß-Torjäger von der Linie (70.). Im Gegenzug marschierte Fingas allein in Richtung Tor und Kopsch rettete zur Ecke.

Dann leistete sich der bereits in der ersten Halbzeit verwarnte Mrowca ein taktisches Foul und wurde folgerichtig per Ampelkarte zum vorzeitigen Duschen geschickt. Der Schiri, obwohl auf Grund der schwierigen Bodenverhältnisse bei jedem Zweikampf vor die Entscheidung Foul oder Schwalbe gestellt, war dann konsequent und zückte die rote Karte, als Pereira, nachdem Hübner einen Schuss von Dennis Köhler im Nachfassen pariert hatte, ungestüm drauf ging. Auch als Ale­xander Herzog an der Strafraumgrenze seinen Gegenspieler foulte, kam sofort der Elfmeterpfiff und Routinier Trehkopf schickte Hübner prompt in die falsche Ecke. Im Gegenzug wurde Meyer elfmeterreif gefoult, doch blieb der Pfiff aus.

Als sich beide Seiten schon auf das Remis eingestellt hatten, nahm Fingas eine hohe Flanke im Strafraum an, umspielte Florian Friedrich und bugsierte die Kugel unter dem Torwart durch ins Netz.

Während der Grün-Weiß-Vorsitzende Oliver Keutel, der den beruflich verhinderten Trainer Thomas Schmidt vertrat, mit dem Resultat und den Umständen haderte („Eine bittere Niederlage, nachdem wir durchweg gut gegengehalten haben und letztendlich durch zwei nicht unhaltbare Gegentore um unseren Lohn kamen.“), freute sich Gubens Spielertrainer Franz-Aaron Ullrich  über den fünften Heimsieg in Folge. Ohne dabei einige Kritikpunkte im eigenen Spiel zu übersehen: „Auf dem schwierigen Boden konnten wir zunächst nicht an die zuletzt starken Auftritte wie in Werder und gegen Sachsenhausen anknüpfen. Lübben kam mit dem Schneeboden deutlich besser zurecht. Nach der Halbzeitanalyse lief es dann besser und dank zweier Sonntagsschüsse kamen wir noch zum insgesamt glücklichen, aber auf Grund der Steigerung in der zweiten Hälfte nicht unverdienten Sieg.“