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| 16:09 Uhr

Fussball
Nach neun Jahren! Bitteres Aus für Guben Nord

Der enttäuschte BSV-Kapitän Florian Kunzke nach dem Abstieg. Für die Gubener war es eine schwierige Saison mit permanenten personellen Problemen.
Der enttäuschte BSV-Kapitän Florian Kunzke nach dem Abstieg. Für die Gubener war es eine schwierige Saison mit permanenten personellen Problemen. FOTO: FuPa Brandenburg
Lübben/Guben. Grün-Weiß Lübben macht mit dem 1:0-Sieg alle Klassenerhalts-Träume des Breesener SV in der Brandenburg-Liga zunichte. Von Sven Bock

Beim BSV Guben Nord geht eine Ära zu Ende: Nach neun Jahren in der Brandenburg-Liga steht nach der 0:1-Niederlage gegen Grün-Weiß Lübben der Abstieg in die Landesliga fest.

So gingen beide Teams ins Spiel: Vor der Partie war klar: Der BSV Guben Nord benötigt unbedingt drei Punkte, um sich etwas Luft im Abstiegskampf verschaffen zu können. Mit nur zwei Siegen bei neun Niederlagen zeigte die Formkurve der Breesener in der Rückrunde deutlich nach unten. Personelle Probleme warfen die Elf von Spielertrainer Franz-Aaron Ullrich immer wieder zurück. Dazu fehlte in vielen Spielen auch der unbedingte Kampfgeist und Siegeswille, der den BSV in den vergangenen Jahren auszeichnete. Die Vorzeichen vor dem Südbrandenburger Duell im Spreewald waren also alles andere als optimal. Dazu wartete mit Grün-Weiß Lübben ein Gegner, der sich als Aufsteiger schon frühzeitig von der Abstiegszone fern hielt und mit dem 6. Tabellenplatz sogar die beste Saison der Vereinsgeschichte abschließen könnte.

So fiel das Tor: Das Tor des Tages erzielte einmal mehr Lübbens Torjäger Romano Lindner. Die Gubener hatten in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit auf der eigenen rechten Abwehrseite eigentlich den Ball schon erobert, doch Wesllen Savaris Lopes setzte nach und erkämpfte sich die Kugel zurück. Seine Flanke landete punktgenau auf dem Kopf von Lindner, der am langen Pfosten den starken BSV-Keeper Danny Hübner per Bogenlampe überwand und zum 1:0-Sieg traf.

So verlief das Spiel: Bei hochsommerlichen Temperaturen im Stadion der Völkerfreundschaft begannen beide Teams verhalten. Lübben merkte man an, dass die Saison im Prinzip durch ist und nach oben oder unten nicht mehr viel passieren kann. Beim Passspiel fehlte oft die Konzentration und letzte Genauigkeit, um die BSV-Abwehr in Verlegenheit bringen zu können.

Die Gäste versuchten es aus der sicheren Abwehr heraus mit langen Bällen in die Spitze und auf die Außen, die aber zumeist eine sichere Beute der Grün-Weiß-Defensive wurden. Torraumszenen blieben entsprechend Mangelware – und wenn, dann waren es die Hausherren, die größere Gefahr ausstrahlten. In der 16. Minute kratzte BSV-Keeper Hübner einen Kopfball von Valmir Tola noch aus dem linken unteren Eck.

Gegen die Lübbener um Torjäger Romano Lindner (M.) hatten die Gubener vor allem in der zweiten Hälfte bei Temperaturen um 30 Grad nicht mehr viel entgegen zu setzen.
Gegen die Lübbener um Torjäger Romano Lindner (M.) hatten die Gubener vor allem in der zweiten Hälfte bei Temperaturen um 30 Grad nicht mehr viel entgegen zu setzen. FOTO: FuPa Brandenburg

Auf der Gegenseite hatte Steven Stoll in der 35. Minute die beste Gelegenheit zur Führung. Nach einem Doppelpass mit Arkadiusz Waszkowiak hatte er von der Strafraumgrenze freie Sicht auf das Lübbener Tor. Doch sein Schuss verfehlte den Kasten um Zentimeter. Kurz vor der Pause schlug dafür Romano Lindner eiskalt zu und traf zum verdienten 1:0 aus Lübbener Sicht.

Wer jetzt in der zweiten Hälfte auf das Aufbäumen der Gubener gehofft hatte, wurde enttäuscht. Auch nach drei Wechseln und der Umstellung auf volle Offensive blieb die große Druckphase der Gäste aus. Dafür machten sich bei 30 Grad die konditionellen Defizite des Teams bemerkbar. Der Lübbener Heimsieg geriet nie in Gefahr – und bei drei Pfostentreffern in der Schlussphase hätte am Ende das Ergebnis durchaus noch höher ausfallen können.

Nach der Niederlage endet für den BSV Guben Nord die Zugehörigkeit zur Brandenburg-Liga nach neun Jahren. In der Saison 2008/09 stieg das Team zuletzt in die Landesliga ab, wobei damals der sofortige Wiederaufstieg gelang. Ob dies aber mit dem aktuellen eng gestrickten Kader gelingen wird, ist fraglich.

Das sagen die Trainer

Thomas Schmidt (Lübben): „In der ersten Halbzeit war es enttäuschend, wir hatten uns eigentlich mehr vorgenommen, vor allem spielerisch. Der Gegner hat nicht viel zugelassen, aber wir hatten auch selbst viel zu viele Ballverluste und haben das Spiel langsam gemacht. In der zweiten Hälfte hat man dann auch konditionell den Unterschied gesehen. Mit der Zeit haben wir dann auch Fußball gespielt. Es fehlen bei jedem vom Kopf her ein paar Prozent, weil wir schon durch sind. Das merkt man auch, weil man sie nicht mehr so richtig kitzeln kann. Aber wir sind sehr zufrieden mit der Saison. Der 6. Platz ist wohl die beste Saison des Vereins überhaupt. Das Jahr hat wirklich Spaß gemacht.“

Franz-Aaron Ullrich (BSV Guben Nord): „Am Ende will natürlich keiner absteigen, aber irgendwo hat es sich in dieser Saison abgezeichnet, und es ist auch verdient, weil wir in der Rückrunde nicht ein Mal das abgerufen haben, was vielleicht möglich wäre. Das hat sich wie ein roter Faden durch die ganze Saison gezogen. Wenn mal alle da und fit gewesen wären, dann wären wir eine gute Truppe für die Liga gewesen. Das haben wir in den letzten Jahren oft genug bewiesen. Aber es war immer nur wenn, wenn, wenn ... In der ganzen Rückrunde war der Topwert mal acht Leute im Training, sonst stehen wir mit sechs oder sieben Mann auf dem Platz und versuchen jedes Wochenende, einen Kader zusammenzubekommen. Da muss man auch ganz ehrlich sagen, dass es am Ende nicht reicht.“