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| 18:31 Uhr

Fußball
1.FC Guben mit besserer Derbymentalität

Harte Zweikampfführung der Stadtrivalen: Der FC-Spieler Kacper Stanislaw Rys (links) hier im umkämpften Duell mit dem Breesener Alexander Ost (rechts).
Harte Zweikampfführung der Stadtrivalen: Der FC-Spieler Kacper Stanislaw Rys (links) hier im umkämpften Duell mit dem Breesener Alexander Ost (rechts). FOTO: Kenny Fuhrmann
Fußball-Landesliga. Im Landesliga-Stadtduell sorgt vor rund 650 Zuschauern ein Treffer in der Schlussphase für die Entscheidung.

1.FC Guben – BSV Guben Nord 1:0 (0:0) T: 1:0 Rajchel (78.);S: Hennig (Schwerzko); Z: 650; 1.FCG: Matwiejczyk – C.Hetzel, Wessel, Rys, Bieresniewicz, Woryta (77. Löffler), Rajchel, Piotrowski, Pietka (62. Pulm), Nitschke, Vu Tuan (79. Schulze). BSV: Hübner – Schwittlich, Hauf, Hnyk,  Schmietendorf, Ullrich, Kunzke, Richter (59. C.Schulz), Herzog, Stoll, Ost (64. Hähnel).

Die Verantwortlichen des 1.FC Guben zeigten sich auf das relativ große Zuschauerinteresse gut vorbereitet und waren mit einem Bierzelt und mehreren Versorgungsständen bestens organisiert. Die Gäste begannen mit einigen guten Aktionen, während der FC peu á peu ins Spiel fand und dafür sorgte, dass kein Unterschied hinsichtlich der Tabellensituation der Kontrahenten erkennbar wurde. Zwar blieb beim FC zunächst vieles Stückwerk und der BSV ließ die Durchschlagskraft bei den Angriffen vermissen. Letzterer war aber bei Standards einen Touch gefährlicher.

Mit zunehmender Spielzeit häuften sich auch die Torszenen. BSV-Keeper Danny Hübner entschärfte eine Doppelchance von Kamil Rajchel und Mateusz Bieresniewicz. Der prüfte den Torwart noch zweimal und Rajchel verzog, allein auf das Tor zustürmend, knapp. Auf der anderen Seite war Karol Matwiejczyk gefordert, indem er einen Kopfball von Kevin Hauf über die Latte spitzelte und anschließend eine Freistoßrakete Enrico Schwittlichs aus dem Dreiangel holte. Als Alexander Herzog den darauf folgenden Eckball per Kopf ins Tor verlängerte, hob die Schiedsrichterassistentin, Abseits anzeigend, den Wimpel. Aus Sicht des BSV-Lagers eine klare Fehlentscheidung, welcher der Pausenpfiff folgte.

Auch im zweiten Durchgang beherrschten zunächst die Abwehrreihen den Verlauf. Als sich Herzog bis in den Strafraum gewuselt hatte, streifte sein unter Bedrängnis etwas an Wucht verlierender Ball den Innenpfosten und Kacpar Rys musste das Streitobjekt von der Linie kratzen. Im Gegenzug marschierte der agile Rajchel links durch, doch der BSV-Torwart meisterte die Situation. Der lange vermisste „tödliche“ Pass kam dann von Pawel Piotrowski, wodurch die BSV-Abwehr ausgehebelt war und Rajchel ins untere Toreck einschieben konnte.

In der einschließlich Nachspielzeit 16minütigen Schlussphase versuchten die Breesener mit der Brechstange das Resultat zu korrigieren. Zu spät und zu ideenlos, um den, nun voll auf Defensive umschaltenden, FC-Kickern noch den Sieg zu entreißen.

Ulli Berger, Präsident des 1.FCG, meint: „Am Ende ein verdienter Sieg, der uns im Kampf um den Klassenerhalt viel Selbstvertrauen zurückgeben wird. Unsere Mannschaft hat, speziell in der zweiten Halbzeit, das nötige Quäntchen mehr Siegeswillen aufgebracht und eine bravouröse Teamleistung gezeigt“. Jens-Uwe Kellberg, Präsident des BSV, war stocksauer: „Unsere Mannschaft hat, ausgerechnet im Stadtderby, ihre schlechteste Saisonleistung abgeliefert. Zudem hat eine, für uns nicht nachvollziehbare, Abseitsentscheidung unsere Führung verhindert und damit zu dieser bitteren Niederlage beigesteuert“. Heiko Appelt, Kenner der Gubener Fussballszene: „Es war erkennbar, dass FC-Trainer Andreas Hoth seine Jungs einen Tick besser auf den brisanten Derbycharakter dieser Partie eingestellt hat. Dem Spielverlauf wäre zwar auch ein Remis gerecht geworden, unverdient ist der Sieg des FC aber keinesfalls“.