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| 17:36 Uhr

Guben
Spitzentreffen in Guben

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke und Tadeusz Jedrzejczak (l.), Vize-Maschall der Wojewodschaft Lebuskie, informieren auf der Pressekonferenz in Guben über gemeinsame Vorhaben.
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke und Tadeusz Jedrzejczak (l.), Vize-Maschall der Wojewodschaft Lebuskie, informieren auf der Pressekonferenz in Guben über gemeinsame Vorhaben. FOTO: LR / Silke Halpick
Guben. Land Brandenburg und Wojewodschaft Lubuskie wollen Zusammenarbeit weiter ausbauen. Von Silke Halpick

Hochkarätiger Besuch in Guben: Bei einem Spitzentreffen zwischen Brandenburgs Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (SPD) und Tadeusz Jedrzejczak, Vize-Marschall der Wojewodschaft Lubuskie, am Dienstag geht es um ein neues Polizeizentrum, verbesserte Bahnverbindungen sowie Unterstützung für die grenzüberschreitende medizinische Versorgung.

Seit Bestehen der Wojewodschaft Lubuskie ist das das „erste Treffen auf dieser Ebene“, betont Jedrzejczak. Auch Gubens Bürgermeister Fred Mahro (CDU) kann sich nicht erinnern, jemals so viel Politprominz auf einmal in Guben begrüßt zu haben, sagt er. Angereist sind neben dem Ministerpräsidenten auch Infrastrukturministerin Kathrin Schneider, Justizminister Stefan Ludwig, Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger, Kulturministerin Martina Münch, Innenminister Karl-Heinz Schröter sowie Staatssekretär Martin Gorholt (alle SPD).

Woidke selbst soll sich Guben als Austragungsort gewünscht haben, heißt es. Offiziell begründet er die Standortwahl damit, dass die Doppelstadt Guben-Gubin ein „lebendiges Beispiel“ für eine erfolgreiche grenzüberschreitende Kooperation sei. Gubens Bürgermeister hat dafür auch gleich mehrere Beispiele parat: das gemeinsame Klärwerk, das seit 20 Jahren betrieben wird, die deutsch-polnische Buslinie, die Anfang Juni starten soll, sowie die grenzüberschreitende medizinische Versorgung, an der noch gearbeitet wird.

Rund zwei Stunden beraten die Minister hinter verschlossenen Türen. Bei der anschließenden Pressekonferenz in der städtischen Bibliothek werden die Ergebnisse präsentiert:

Polizeizentrum: Ein neues Haus, in dem deutsche und polnische Polizisten zusammenarbeiten, soll in Slubice bei Frankfurt (Oder) entstehen, kündigt Jedrzejczak an. Das bisherige Objekt in Swiecko direkt an der Autobahn A 12 „genüge nicht mehr den Anforderungen des 21. Jahrhunderts“, begründet er. Das Marschallamt werde den Slubicer Bürgermeister bei dem Vorhaben unterstützen, heißt es. Möglicherweise soll hier auch die Staatsanwaltschaft angesiedelt werden.

Bahnverbindungen: „Aufs Tempo drücken“ wollen die Partner beim Ausbau der Strecke Berlin-Küstrin-Kietz-Gorzow. Die Bahnverbindung sei die am stärksten frequentierte Strecke zwischen Deutschland und Polen, betont Jedrzejzak. Mit vier zusätzlichen Zugpaaren soll die Bahnverbindung von Zielona Gora (Grünberg) nach Berlin über Frankfurt (Oder) aufgerüstet werden, so Jedrzejzak. Beide Seiten bekennen sich ausdrücklich zum Kulturzug Berlin-Breslau. Brandenburg will sich für die Wiederaufnahme der Strecke von Cottbus über Guben nach Zielona Gora stark machen. Ein deutsch-polnischer Bahngipfel ist am 11. Juni in Potsdam geplant.

Medizinische Versorgung: Hier sieht Brandenburgs Ministerpräsident jetzt die Bundesregierung in der Pflicht, um die für eine grenzüberschreitende Versorgung nötigen Rahmenbedingungen zu schaffen. „Die Region schaut aufs Wilkestift“, sagt er gegenüber der RUNDSCHAU. Das Gubener Krankenhaus will auch Patienten aus Gubin behandeln, weil es auf der polnischen Seite der Doppelstadt schon seit Jahren kein Spital mehr gibt. Ungeklärt sind nach wie vor die Abrechnungsmodalitäten sowie der Einsatz des Rettungsdienstes auf polnischer Seite. Beim nächsten Treffen der deutsch-polnischen Regierungskommission will sich Woidke für die Gubener Interessen stark machen, verspricht er.

Schon jetzt soll die Zusammenarbeit zwischen dem Carl-Thiem-Klinikum in Cottbus und der Medizinischen Fakultät der Universität in Zielona Gora ausgeweitet werden. Woidke sieht hier „viele Berührungspunkte“. Dabei geht es um die Ausbildung von medizinischem Fachpersonal – vom Pfleger bis hin zum Pharmakologen.