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Spitzenspieler kämpfen um Titel

Die erste Männermannschaft des ESV Lok Guben hat 2015 den Aufstieg in die Bundesliga geschafft und sich im guten Mittelfeld behauptet.
Die erste Männermannschaft des ESV Lok Guben hat 2015 den Aufstieg in die Bundesliga geschafft und sich im guten Mittelfeld behauptet. FOTO: utr
Guben. Billardkegeln auf höchstem Niveau gibt es vom 10. bis 18. Juni in Guben. Der ESV Lok richtet erstmals die deutschen Einzelmeisterschaften aus. Unter den 76 besten Spielern der Saison aus Brandenburg und Sachsen, die sich qualifiziert haben, sind auch vier Gubener. Aktuell laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Silke Halpick

Der Boden in der Alten Färberei ist bereits mit Teppichfliesen ausgelegt. "Ein rutschfester Boden ist vorgeschrieben", erklärt Thomas Richter, Abteilungsleiter beim ESV Lok Guben. Die vier Billardtische werden am kommenden Mittwoch aufgestellt und mit der Wasserwaage akkurat ausgerichtet. Sie müssen "Plan laufen" und dürfen "keine Hänge" haben, "wie der Profi sagt". Die Tribüne, die Platz für 100 Zuschauer bietet, folgt in den nächsten Tagen - ebenso wie die Beamer für den Livestream, über den die Spiele auf der Homepage des Billardkegelverbandes (BKV) verfolgt werden können.

Für die Neißestädter ist die Ausrichtung der Deutschen Meisterschaften eine Premiere. "So ein Event nach Guben zu holen, hat sich bisher noch keiner getraut", erzählt Richter. Seit mehr als 30 Jahren spielt er selbst Billardkegeln, eine Randsportart mit fünf Kegeln und drei Kugeln, die besonders im Osten Deutschlands beliebt ist. Mit dem Turnier erfüllt sich für ihn auch ein persönlicher Traum. "Die finanzielle Absicherung hat uns viele schlaflose Nächte bereitet", berichtet Kassenwart Mirko Laube. Der Verein rechnet mit Ausgaben in Höhe von 15 000 Euro. Die Sponsorenliste ist lang und reicht von der Volksbank Spree-Neiße über die Bäckerei Dreißig, das Autohaus Fischer, die Allianz, Stadtapotheke bis zur Christian-Alexander-Stiftung. "Auch die Stadt unterstützt uns von Anfang an", sagt Richter.

An den deutschen Einzelmeisterschaften nehmen nur die Erfolgreichsten teil. Bei den Herren sind das die 20 Besten der Saison, bei den Senioren die 24 Top-Spieler, bei den Damen und Junioren die jeweils sechs Erfolgreichsten sowie im Jugendbereich die besten Fünf in vier Altersklassen. Insgesamt gehen in Guben 76 Sportler an den Start. Darunter auch "Superstars" wie der mehrfache Deutsche Meister und Junioren-Europameister Markus Marsch aus Chemnitz. "Bei ihm sieht das Billardspiel so einfach aus, ist aber so schwer nachzumachen", schwärmt Richter. Auch der Titelverteidiger Norman Schötz vom SV Leuthen tritt an.

Von den Gubenern haben sich Nick Antony in der Altersklasse U 17 vom ESV Lok sowie Peter Pflaum und Roland Tschaschk vom SV Chemie Guben bei den Senioren qualifiziert. "Robert Lehmann hat es nur mit der Whitecard geschafft", sagt Richter. Gubens bester Spieler braucht die Bonuskarte für den gastgebenden Verein, um beim Turnier antreten zu können. Das liege aber auch daran, dass das Starterfeld so stark sei. "Ich bin froh, dass so viele Spitzensportler kommen", sagt Richter. Er erwartet spannende Finalrunden, wenn "die Besten um den Titel spielen".

Zum Thema:
Die deutschen Meisterschaften beginnen mit der Jugend am 10./11. Juni. Die Senioren folgen am 14./15. Juni und die Herren vom 16. bis 18. Juni. Das Eurokegel-Event am 12./13. Juni richtet sich an nicht-aktive Spieler aus Deutschland und Polen. Eurokegeln ist eine neue Disziplin, bei der sich die europäischen Länder auf einheitliche Regeln geeinigt haben, sagt Thomas Richter. Beim Workshop am 12. Juni werden die Regeln erklärt, am 13. Juni schließt sich ein Turnier an.