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| 02:35 Uhr

Spielerei mit Motiven

Frank Pielenz (l.) zeigt Matthias Bärmann das verwitterte Telefonbuch, das nicht auf den ersten Blick zu erkennen ist.
Frank Pielenz (l.) zeigt Matthias Bärmann das verwitterte Telefonbuch, das nicht auf den ersten Blick zu erkennen ist. FOTO: Jana Pozar
Guben. "Hölzerne Wandlungen" sind derzeit im Weiten Raum des Naemi-Wilke-Stifts Guben zu sehen. Frank Pielenz aus Frankfurt (Oder) präsentiert dort Fotos von kleinen Dingen, die es wert sind, fotografiert zu werden. Jana Pozar

Er stubst den Betrachter an, die vielen Schönheiten der Heimat immer wieder aus einem anderen, originellen Blickwinkel zu sehen.

Der 56-Jährige fotografiert seit seiner Kindheit. Von jeher faszinierte ihn die Natur mit ihren beeindruckenden Details. "Die Spielerei mit den Motiven reizt mich", erzählt Pielenz. Stundenlang könne er sich im Schlamm einwühlen und im Unterholz "herumkriechen" auf der Suche nach seinen Motiven. "Es ist faszinierend, was die Natur hergibt, man muss nur genau hinschauen", verrät er. Gerade Tot- und Altholz haben es ihm angetan. "Das Alte, Vergehende, trägt neues Leben in sich." Da kriecht aus einem scheinbar toten Baumstumpf ein neues, junges Bäumchen hervor, wachsen Pilze, entstehen bizarre Muster und Formen. "Man muss einfach die Sprache des Holzes lesen können, die verschiedenen Prozesse des Lebens im Holz erkennen. Man entdeckt Dinge, mit denen man nicht rechnet", weiß Frank Pielenz.

Auch beim Betrachten der Fotos ist nicht sofort klar, was zu sehen ist. Holzfurchen, Steinriffe, Papier? Papier hat Frank Pielenz zur Ausstellung in Guben inspiriert: ein altes, weggeworfenes Telefonbuch, das erst auf dem zweiten Blick zu erkennen ist, inmitten von verwitterten Blättern. "Ich bin ein Gucker. Habe den Blick für interessante Motive. Das kann die herbe Schönheit der Auenlandschaft der Oder, aber auch die kleine und große Tierwelt über und unter Wasser sein", sagt er. Pielenz betont, dass alle Fotografien unbearbeitet sind.

Im ersten Obergeschoss des Wilkestifts, über dem Weiten Raum, ist die Ausstellung "Weißes Haar ist ein ehrenvoller Schmuck" zu sehen. Sie möchte aus Sicht der Bibel Impulse geben, wie man mit zunehmenden Beschwerden und Gebrechen im Alter umgehen kann, öffnet aber auch den älter Werdenden neue Sichten auf das Alter, das unweigerlich kommt.