Historische Romane hat Martin am liebsten gelesen, da war er 13 Jahre alt. Heute liest er zwar lieber lateinische Literatur im Original, aber der Roman "Die wahre Geschichte des Jacob Wunschwitz" des ungarischen Autoren László Márton hat ihn nicht mehr losgelassen, denn ein Teil der Handlung spielt in Guben. Die Neißestadt hatte sich im 17. Jahrhundert zu einem Handelszentrum entwickelt. Mit einem scheinbar willkürlichen Zwischenfall, nämlich den Schwierigkeiten der Gubener Winzer, ihre Weinfässer wie gewohnt in der Markthalle zwischenzulagern, setzt am zweiten Samstag nach Allerheiligen des Jahres 1603 die unheilvolle Geschichte des Jacob Wunschwitz beim Gubener Bürgeraufstand ein. Unversehens wird der stille Familienvater und Tuchfärber zum Spielball weltlicher und geistlicher Mächte. Das Buch, das sich in immer wieder neue Nebenhandlungen und "Erzählschleifen", verwickelt, bietet für Martin einen besonderen Reiz. Und das Lokalkolorit schafft zusätzliche Spannung: Man kann während des Lesens die Schauplätze besuchen, wie etwa die Klosterkirche oder die einstigen Weinberge im heutigen Gubin. Den Tipp für das Buch gab ihm sein damaliger Geschichtslehrer am Pestalozzi-Gymnasium, Andreas Peter. "Es ist eine tolle Form, die Gubener Geschichte kennen zu lernen", sagt Martin Schneider. László Márton, Die wahre Geschichte des Jacob Wunschwitz, dtv 2002, 9,50 Euro. Qual der Wahl: Können Sie es auf Anhieb nennen – Ihr persönliches Lieblingsbuch? In einer RUNDSCHAU-Serie präsentieren Leser ihr Buch für alle Lebenslagen. Machen Sie mit: Senden Sie Ihren Buchtip mit kurzer Begründung an das Gubener Redaktionsbüro, Berliner Straße 9, 03172 Guben oder per Mail an: red.guben@lr-online.de. Unter den Teilnehmern werden zwei Büchergutscheine (15 und 30 Euro) verlost und für ein Jahr fünf Mitgliedsausweise für die Gubener Stadtbibliothek.