Werner Bauer, 1925 in Reichenbach im Vogtland geboren, gelernter Akkordeontischler, nach 1946 Neulehrer, studierte am Institut für Literatur „Johannes R. Becher“ in Leipzig und war Mitglied des Schriftstellerverbandes der DDR. Sein erstes Buch schrieb er aber schon lange bevor er sein Hobby auch zum Beruf machte. Es war ein Aufsatz, den er als 15-Jähriger in der Schule schreiben musste. Titel: Eine Nacht im Freien.
Er war nämlich während der Sommerferien mit einem Freund per Fahrrad von Klingenthal bis an den Bodensee gefahren. Über diese Reise schrieb er, über eine der Nächte unterwegs im schnell errichteten Zelt. Dabei ließ er seine Phantasie mit weit ausgebreiteten Flügeln fliegen. Was dabei herauskam, war eine übel-tolle Räuberpistole, gewürzt mit allerlei Gespenstern. Die Wirkung auf seinen Deutschlehrer blieb nicht aus.
Bei der Rückgabe der Aufsätze rief er Werner Bauer als ersten auf, der mit gewissem Stolz vortrat. Doch zu seinem Erstaunen wurde er nicht gelobt, sondern bekam das Heft um die Ohren und musste vorlesen. Werner Bauer tat das zum Vergnügen der Klasse. Über das, was ganz unten stand und vom Lehrer geschrieben worden war, konnte er erst viel später lachen: „Thema verfehlt! Völlig ungenügend! Sie sollten Schriftsteller werden!“ Schade, der orakelnde Lehrer hat die ungewollte Wirkung seines Urteils nicht mehr erlebt.
Bis zu seinem Tode legte Werner Bauer 20 Bücher vor, dazu zahlreiche Erzählungen und Hörspiele sowie Versuche fürs Fernsehen.
Die Kinder kannten ihn. Sein Name ist mit Büchern oft abenteuerlichen Inhalts verbunden, denkt man beispielsweise an „Arne boxt sich durch“ , „Auf eigene Faust“ , „Telegramm von Unbekannt“ , „Marianne kennt den Boss“ , „Sommergewitter am Trabbensee“ , „Der Kundschafter“ und „Sprengsätze“ , um nur einige zu nennen.
Werner Bauer stellte seine Helden, die Freundschaft wollten, in Bewährungssituationen, die mitunter an Kriminalfälle gebunden sind. Er verstand es, mit viel Einfühlungsvermögen die Probleme und Konflikte junger Menschen, ihre Gefühlswelt lebendig darzustellen. Stets war er dabei bemüht, seinen jungen Lesern viel mitzugeben auf dem Weg zum Erwachsensein.