Sie studieren das Singspiel "In die Freiheit" von Michael Wittig ein. Morgen wird es nach dem Gottesdienst ab 10.15 Uhr in der Kirche Des Guten Hirten aufgeführt.
Die Mädchen und Jungen im Andachtssaal des Wilkestiftes singen aus voller Kehle: „Darum singen wir Schalom.“ Erik strahlt über das ganze Gesicht: "Das ist mein Lieblingslied." Es ist das erste Lied des Singspiels, das die Kinder einstudieren. Ganz zufrieden ist Kantor Martin Schubach noch nicht: „Es kann noch voller klingen, aber wir haben ja auch noch etwas Zeit.“
Geübt wird nie länger als 45 Minuten. Und natürlich wird mit den Kindern über den Inhalt der Lieder gesprochen. Schließlich sollen sie die Geschichte der Wüstenwanderung aus dem Alten Testament nicht nur darstellen, sondern auch verstehen. Morgen werden sie nicht nur singen, vier Kinder werden auch eine jüdische Familie darstellen. Sie werden mit Requisiten umgehen, und sie werden Texte sprechen. "Wenn wir es schaffen, wollen wir auch noch Instrumentalteile einbauen, denn einige Kinder spielen Geige, Flöte und Klavier", sagt Kantor Martin Schubach. Der Berliner leitet die künstlerische Arbeit, gibt mit seinem Keyboard den Ton an, dirigiert.
In der Pause dürfen die Sechs- bis Zwölfjährigen die Fitnessgeräte in der Physiotherapieabteilung des Krankenhauses testen. Am Nachmittag wird noch gemalt, und kurz nach dem Abendbrot der Patienten singen die Kinder auf einigen Stationen Lieder für die Kranken. So lernen die Ferienknirpse auch das Stift kennen. Zum Tagesabschluss steht ein Film über die Wüstenwanderung auf dem Plan.
Die Mädchen und Jungen aus Guben, Cottbus, Senftenberg, Dissen, Striesow und Berlin sind von Dienstag bis Sonntag von 9 bis 20 Uhr zusammen. Sie übernachten zu Hause oder in Gastfamilien. Tagsüber wird in der Kantine des Wilke stiftes gegessen. Und natürlich gibt es neben dem Singen noch vieles Andere, das den Kindern Spaß macht.
Laurenz ist ganz begeistert, wenn es auf den Spielplatz geht. Torsten fand den Besuch in der Waldschule am Kleinsee toll. „Da haben wir Masken gebastelt und ein Theaterstück über die Eiche, die wissen wollte, wo der Sauerstoff herkommt, gespielt.“ Auf dem Programm stehen auch ein Reiterhof- und ein Schwimmhallenbesuch. „Und wir machen einen Lampionumzug. Das ist unsere Wüstenwanderung“ , sagt Miriam Eich, eine der Helferinnen.
"Ohne unsere Helfer, neben Miriam auch Birgit Radt, Evelyn Graff und Mathias Reffke, würden wir es gar nicht schaffen", merkt der Leiter der Kindersingewoche, Pfarrer Michael Otto, an.
Morgen ist dann ab 10.15 Uhr die große Aufführung. "Wir sind heute schon aufgeregt", sagen Lisa-Marie, Nicole und die drei Kautz-Schwestern. Natürlich hoffen alle auf viele Zuschauer.