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| 15:41 Uhr

Kunst
Magische Orte in Guben

Sigrid Noack (M.), Ralf Braun und Ilona Fischer von der Sparkasse Spree-Neiße stehen vor dem Bild "Tanz der Inselgeister".
Sigrid Noack (M.), Ralf Braun und Ilona Fischer von der Sparkasse Spree-Neiße stehen vor dem Bild "Tanz der Inselgeister". FOTO: Sparkasse Spree-Neiße / Goethe
Guben. Die renommierte Künstlerin Sigrid Noack stellt 24 ihrer Werke bei der Sparkasse aus. Silke Halpick

In ihrer neuen Ausstellung „Magische Orte, Geister und Götter“ gewährt die Gubener Malerin Sigrid Noack Einblick in ihr künstlerisches Schaffen der vergangenen Jahre. Farbintensiv und in der Tradition des abstrakten Expressionismus lässt sie antike Götterwelten und historische Stätten auferstehen. 24 ihrer Werke sind noch bis zum 18. Januar in der Gubener Sparkassenfiliale am Klosterfeld zu sehen.

Nein, aufgeregt ist sie nicht, sagt Sigrid Noack kurz vor der Eröffnung der Ausstellung. Dem Rummel rund um ihre Person setzt sie Gelassenheit entgegen. Immerhin rund 100 Gäste kommen zur Vernissage am Mittwochabend. „Hausherrin“ Ilona Fischer spricht auch gleich „von unserer Gubener Künstlerin“. Für Vorstandsmitglied Ralf Braun gehört Noack „zur absoluten Kunst­elite“. Mit ihren Werken ist die Malerin und Grafikerin in mehr als 80 Museen und Sammlungen weltweit vertreten – sogar im German House der Uno in New York.

Auch die Sparkasse Spree-Neiße besitzt 32 echte Noacks, elf davon „zieren die Geschäftsräume“ der Gubener Filialen, wie Braun ausführt. Das Kreditinstitut fördert eigenen Angaben zufolge Kunst und Kultur in der Region. Knapp 800 Werke einheimischer Künstler nennt die Sparkasse ihr Eigen. Damit gehört sie zu den größten nicht-öffentlichen Kunstsammlungen Brandenburgs.

„Geistige Tiefe“ und eine „anspruchsvolle Materialästhetik“ bescheinigt der Kultur- und Kunstwissenschaftler Reimar Börnicke den „handgemachten Bildern“. In seiner Laudatio hebt er das „ausgeprägte Interesse der Künstlerin nicht nur an Kulturgeschichte“ sowie ihre Suche nach „Wesensverwandtschaften unterschiedlicher Kulturkreise und religiöser Orientierungen“ hervor.

Für ihn sind die „Feuergeister“ nach Paracelsus „innen hohl“, dem „äußerlichen Schein“ nach „menschlich“ und in ihrer Hülle „geradezu heraus geputzt“. Das Bild der „Via Appia“ zeigt ein Teilstück der berühmten Straße Roms, der entlang 6000 Spartacatus-Anhänger gekreuzigt wurden. Davon ist zwar nichts zu sehen. Doch „das Unsichtbare“ kann „mitgedacht“ werden, betont Börnicke. Ohnehin seien die Bilder „getränkt an Informationen“, die viel Raum für Interpretationen zulassen.

Sigrid Noack gehört zu den künstlerischen Schwergewichten in der Lausitz. Mehr als 300 Tafelbilder, zahlreiche Grafiken, Plastiken und mehr als 50 Künstlerbücher hat sie bisher geschaffen. Ihr künstlerisches Talent wurde schon in der Schule erkannt. Nach einer Buchhändlerlehre studierte sie an der Hochschule für Bildende Kunst in Dresden. Später war sie Meisterschülerin von Lea Grundig und Jürgen von Woyski an der Akademie der Künste zu Berlin.

Erst vor wenigen Tagen feierte die Malerin und Grafikerin ihren 70. Geburtstag. Doch ans Aufhören denkt sie noch längst nicht. Neben starken Persönlichkeiten inspirieren sie auch alte Kulturen, mit denen sie sich auf zahlreichen Studienreisen wie nach Usbekistan, Italien, Rom, Israel, Spanien, Südafrika und Kreta auseinandergesetzt hat.

Vielen Gubenern ist Sigrid Noack vor allem durch den Fischkopfbrunnen bekannt. Der von ihr gestaltete  Brunnen wurde 2011 zerstört, als der Klaus-Herrmann-Platz zugunsten eines Einkaufszentrums umgestaltet wurde. Seitdem kämpft die Künstlerin für eine Wiedergutmachungen. Das Geld für einen Neubau ist im Haushalt der Stadt für 2017/18 eingestellt.

Auf einem Rundgang schauen sich Besucher die Werke der Künstlerin an.
Auf einem Rundgang schauen sich Besucher die Werke der Künstlerin an. FOTO: Sparkasse Spree-Neiße / Goethe