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Signal auf Grün für Ausbau der Bahnübergänge

Der Übergang am Bahnhofsweg soll bis Jahresende geschlossen werden. Drei weitere Übergänge werden saniert und mit neuer Lichttechnik ausgerüstet.
Der Übergang am Bahnhofsweg soll bis Jahresende geschlossen werden. Drei weitere Übergänge werden saniert und mit neuer Lichttechnik ausgerüstet. FOTO: Halpick
Guben. Die Deutsche Bahn AG will noch in diesem Jahr die drei Bahnübergänge in der Sembtener, der Bresinchener und Groß Breesener Straße erneuern. Der Übergang am Bahnhofsweg soll zum Jahresende komplett geschlossen werden. Silke Halpick

Darüber informierte das Verkehrsunternehmen im Rahmen der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Verkehr, Ordnung und Sicherheit.

Nur 89 Autos pro Tag fahren täglich über den Bahnübergang am Bahnhofsweg in Guben. Das hat eine Zählung der Deutschen Bahn ergeben. Aufgrund der geringen Frequenz soll der Übergang jetzt "wegrationalisiert" werden. "Das dort eingesetzte Personal wird an anderer Stelle dringend gebraucht", betont Torsten Heinrich, Projektleiter Bahnübergänge der DB ProjektBau GmbH, auf der Sitzung des Umweltausschusses. Deshalb drückt das Unternehmen jetzt aufs Tempo. Voraussichtlich Ende des Jahres wird der Übergang an der Bahnstrecke von Cottbus über Guben nach Frankfurt (Oder) dicht sein. Doch bevor das passiert, muss der Ersatzweg Hinter der Bahn ausgebaut werden.

Der schmale Asphaltweg, der zum Hotel Waldow und dem nur 500 Meter weit entfernten nächsten Bahnübergang in der Sembtener Straße führt, soll "grundhaft" und auf einer Breite von 5,5 Meter ausgebaut werden, so Heinrich. Die Kosten dafür trägt die Deutsche Bahn. Das sei eine Ausnahme. "Weil es sich um eine Rationalisierungsmaßnahme in unserem Sinne handelt", begründet Heinrich. Der Bahnübergang selbst liegt in der Baulastträgerschaft der Stadt.

Finanziell beteiligen muss sich die Stadt am Ausbau des Bahnübergangs in der Bresinchener Straße. Mit 49 Fahrzeugen pro Tag ist der Übergang ebenfalls kaum frequentiert, trotzdem soll er erhalten bleiben. Hier führt der Oder-Neiße-Radweg entlang. Erneuert werden am Übergang die Lichtanlage, die Straßenmarkierungen im 25-Meter-Bereich sowie die Halbschranken.

"Das Andreaskreuz mit dem blinkendem Licht in der Mitte, entspricht nicht mehr den heutigen Vorschriften", erklärt Heinrich. Die vom Bundesministerium für Verkehr genehmigte Ausnahmeregelung sei bereits ausgelaufen, es bestehe Handlungsbedarf. Der Ausbau kostet die Stadt Guben 160 000 Euro. Das sind ein Drittel der Gesamtkosten. Den Rest schultern Bund und Land. Bis wann die Stadt das Geld aufbringen muss, steht noch nicht fest.

"Wir werden die Summe in unseren Haushalt ab 2015 einstellen", sagt Sven Rogosky, Fachbereichsleiter Bau- und Instandhaltungsmanagement im Gubener Rathaus. Erst im Rahmen der Präsentation vor dem Umweltausschuss habe die Stadt die konkrete Höhe ihres Anteils erfahren. "Die Zahlen waren auch für uns ganz neu", sagt Rogosky. Für den Zeitpunkt der Rückzahlung stellte die Deutsche Bahn jedoch kulante Regelungen in Aussicht.

Neue Lichtanlagen und Straßenmarkierungen wird es auch an den Bahnübergängen in der Groß Breesener Straße (2758 Fahrzeuge pro Tag) und Sembtener Straße (500 Fahrzeuge pro Tag) geben. In der Sembtener Straße wird der bereits vorhandene Fußgängerweg auch über den Bahnübergang weitergeführt. Die Straße Hinter der Bahn bekommt eine neue Anbindung. Beide Übergänge gehören dem Landkreis Spree-Neiße, der anteilig für die Kosten des Ausbaus aufkommen muss.

"Im September wollen wir mit den Baumaßnahmen beginnen, aber nicht an allen drei Übergängen gleichzeitig", sagt Heinrich. Um den Verkehr möglichst wenig zu belasten, sollen die betroffenen Straßen nur halbseitig gesperrt werden. Mit Rücksicht auf den Zugverkehr wird voraussichtlich vorwiegend nachts gearbeitet.

Der Planfeststellungsbeschluss liegt noch bis zum 24. März in der Stadtverwaltung Guben öffentlich aus und kann bei Interesse eingesehen werden. Die Beteiligung der Öffentlichkeit hat bereits im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens stattgefunden. Jetzt sind nur noch Klagen gegen das Projekt möglich.