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| 01:10 Uhr

„Sechs neue Fahrzeuge können die Lage nicht entspannen“

Spree-Neiße.. Nachdem das Amt Peitz vor kurzem mit Fördergeldern des Landkreises ein neues Hilfeleistungsfahrzeug für die Feuerwehr anschaffen konnte, rechnet auch die Stadt Forst noch in diesem Jahr mit einem neuen Löschgruppenfahrzeug, das mit EU-und kreislichen Mitteln gefördert wird. Hannelore Grogorick

Durch eine vom Kreis gesteuerte zentrale Ausschreibung werden für die Ämter Burg (Spreewald) und Neuhausen/Spree sowie die Städte Spremberg und Forst aus Mitteln des Gemeindefinanzierungsgesetzes neue Tragkraftspritzenfahrzeuge als Ersatz für veraltete Einsatzfahrzeuge beschafft.
Das macht Kreisbrandmeister Wolfhard Kätzmer zwar froh, aber keineswegs glücklich. „Die 141 Ortsfeuerwehren im Landkreis Spree-Neiße haben über 200 Einsatzfahrzeuge. Jedes Dritte davon ist älter als 20 Jahre“ , sagt Kätzmer.

Feldwegausbau statt Brandschutz
Dadurch wäre die technische Ausrüstung mehr als unbefriedigend. Die desolate Finanzlage lasse keinen Hoffnungsschimmer aufkommen, dass sich das großartig ändern könnte. „Es ist mir einfach unverständlich, dass Leute lieber einen Feldweg ausbauen lassen wollen, statt in ihren eigenen Schutz zu investieren. Die Hilfeleistung der Feuerwehren wird einfach allzu selbstverständlich genommen. So lange sich die Räder noch drehen, denkt manch einer, werden sich die Kameraden schon selbst zu helfen wissen“ , sagt der Kreisbrandmeister.
Das trifft auch auf einen anderen Aspekt zu: Es sind immer weniger Kräfte einsetzbar. „Zur täglichen Gefahrenabwehr stehen nur 50 Prozent unserer etwa 3450 Mitglieder zur Verfügung. Dabei ist allerdings die Anzahl der Mitglieder unwesentlich geschrumpft“ , sagt Kätzmer.
Der Grund dafür sei die aktuelle Arbeitsmarkt-Situation. Viele Männer würden weit weg von Zuhause eine Arbeit haben. Dazu kommt, dass junge Leute zunehmend in den alten Bundesländern eine Lehre aufnehmen.
Dabei wird die Fülle der Aufgaben nicht geringer. In diesem Jahr zum Beispiel habe es eine ungewöhnlich hohe Anzahl von Blitzschlägen gegeben. Kätzmer erklärt: Es gab wenig Niederschlag, aber häufig Gewitter.
Manchmal brannte ein Baum erst Tage nach dem Gewitter. Der Blitz war eingeschlagen, die Energie dringt hinunter bis zu den Wurzeln. Von dort arbeitet er sich langsam wieder hoch, bekommt frischen Sauerstoff.
Das Material um den Baum herum und das Gehölz selber entzünden sich. „In den Jahren zuvor sind Blitzschläge in solcher Häufigkeit noch nie aufgetreten“ , sagt Kreisbrandmeister Wolfhard Kätzmer.
Wie wichtig jedoch auch der alltägliche Brandschutz durch die Feuerwehr ist, dass wird erst im Ernstfall spürbar. Die Bewohner der Gartenstraße 42 im Ortsteil Bloischdorf der Gemeinde Felixsee waren darauf am Mittwoch dringend angewiesen. Der Dachstuhl ihres Hauses stand in Flammen. Feuerwehren aus Bloischdorf, Döbern, Klein Loitz und Spremberg stellten sich gemeinsam dem Kampf gegen die Flammen.

Keine Personenschäden
Auch die Sirenen der Einsatzfahrzeuge aus Spremberg, Schwarze Pumpe, Terpe, Weskow, der Werkfeuerwehr aus Schwarze Pumpe und der vielen Rettungswagen, die in den gestrigen Morgenstunden über der Stadt Spremberg lagen, verkündeten nichts Gutes. Im alten Gebäude des Krankenhauses war ein Brand ausgebrochen.
Zum Glück gab es in beiden Fällen keine größeren Personenschäden. „Doch das Glück ist nicht immer zu erzwingen“ , sagt der Kreisbrandmeister. „Jeder braucht sie, die Frauen und Männer der Feuerwehr und jeder sollte sie in ihrer Arbeit unterstützen. Sie schützen nicht nur sich, sondern alle.“