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| 18:03 Uhr

Tradition in der Grenzstadt
Schwimmer stürzen sich in Guben in die Neiße

 36 deutsche und polnische Teilnehmer stürzten sich in die Fluten der Neiße. Viele Schaulustige ließen sich das Spektakel nicht entgehen.
36 deutsche und polnische Teilnehmer stürzten sich in die Fluten der Neiße. Viele Schaulustige ließen sich das Spektakel nicht entgehen. FOTO: Ute Richter
Guben. Nach einem Jahr Pause ist die Traditionsveranstaltung – das Neißetreiben – dank der polnischen Partner wieder mit Leben erfüllt worden. Von Ute Richter

Es war lange eine schöne Tradition, dass der Gubiner Wasserwacht und der Gubener Bootsverein zum Neißetreiben auf dem Grenzfluss einlud. Im vergangenen  Jahr allerdings fiel das Neißetreiben aufgrund der Krankheit von Joachim Klos vom Gubener Bootsverein ins Wasser. Doch dieses Jahr hatten sich die Gubiner Wasserwacht und der dortige Tauchclub das Neißetreiben wieder groß in den Kalender geschrieben und luden auch ihre deutsche Kollegen dazu ein. Letztlich waren es 36 Starter, die sich in die acht Grad kalte Neiße stützten.

„Als vor sieben Jahren das Neißetreiben das erste Mal stattfand, nahm kaum jemand Notiz von dieser Veranstaltung“, hatte der damalige Gubener Wasserwacht-Chef Klaus Nerrn bei einem früheren Neißetreiben erzählt. Mittlerweile stehen zahlreiche Zuschauer an beiden Neißeufern, auf der Theaterinsel sowie auf der Brücke und  feuern die mutigen Schwimmer an.

Zu einem echten Gaudi hat sich das Neißetreiben entwickelt, auch wenn in in den früheren Jahren einige Teilnehmer kostümiert ins Wasser gingen und damit für eine besondere Note sorgten. Einer, der unter den vielen mit Neoprenanzüge bekleideten Schwimmern auffällt und schon viele Jahre mit in Guben in die Neiße steigt, ist Helmut Schlee. Der Finsterwalder fehlt auf keinem derartigen Event und scheut auch keine weiten Fahrten. Er ist seit Jahren der einzige Starter, der nur mit einer Badehose bekleidet ins Wasser geht. „Ich bin das einfach so gewöhnt“, sagt er.

Kurz nach 12 Uhr stiegen die 36 Teilnehmer ins Wasser. Etwa drei Kilometer bis etwa in Höhe der Gubiner Kläranlage ließen sich die Schwimmer treiben. Unter ihnen auch Thomas Werner und sein Sohn Tom Elias vom Tauchclub Guben. Sie waren schon oft dabei beim Neißetreiben. „Wichtig ist, dass man auf Pfeiler und Brückenreste achtet. Deshalb sollte man sich immer mit den Füßen nach vorne treiben lassen“, so Thomas Werner.

Michael Fuhrmann von der Wasserwacht stürzte sich mit in die Fluten. Für die Gubener war es selbstverständlich mitzumachen, als ihre polnischen Kollegen sie in diesem Jahr einluden.