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| 01:07 Uhr

Schwere Vorwürfe gegen Naturparkchef

Treppeln.. Dem Leiter der Naturparkverwaltung Schlaubetal, Dr. Michael Weidlich, wurde zum 31. August gekündigt. Die Landesanstalt für Großschutzgebiete in Eberswalde als sein Arbeitgeber führt dienstrechtliche Gründe dafür an. (moz)


Gleichzeitig liegt der Staatsanwaltschaft, dem Finanzamt (Steuerfahndung), den Arbeitsämtern Guben und Eisenhüttenstadt und einigen Landtags abgeordneten eine anonyme Anzeige vor. Gegenstand sind der Landschaftspflegeverband um Präsidentin Dr. Ilona Weser und der Naturpark Schlaubetal um Michael Weidlich.
Die Anschuldigungen, die gegen Ilona Weser, Dezernentin der Kreisverwaltung Oder-Spree und stellvertretende Landrätin, erhoben werden, stehen nicht im Zusammenhang mit ihrer hauptberuflichen Tätigkeit, sondern beziehen sich auf ihr Ehrenamt als Präsidentin des Landschafts pflegeverbandes.
Von der Staatsanwaltschaft war zu erfahren, dass bereits Zeugen vernommen wurden. Es werde unter anderem geprüft, ob geförderte Arbeitnehmer zweckentfremdet eingesetzt wurden. So sollen unter anderem Mitarbeiter des Landschaftspflegeverbandes zum Umbau des von Ilona Weser und Michael Weidlich gemeinsam bewohnten Hauses eingesetzt worden sein. Dorthin sollen auch diverse Materialien, eigentlich für den staatlich geförderten Bau des Heidehofes, geflossen und verbaut worden sein.
Die Anzeige enthält weitere gravierende Anschuldigungen. Unter anderem geht es um den falschen Einsatz von Fördermitteln, Doppelförderung, Unterschlagung und Steuerhinterziehung. So soll der Einsatz von ABM-Kräften zur Landschaftspflege mit fingierten Abrechnungen erfolgt sein. Es soll ein Buch mit tatsächlich ausgeführten Arbeiten wie Mauern, Verputzen, Holzeinschlag, Elektroinstallation geführt worden sein. Außerdem habe es ein zweites Buch für die Abrechnung gegenüber dem Arbeitsamt gegeben.
Teil der Anzeige ist auch der Vorwurf der Steuerhinterziehung. Ein im Jahr 1997 vom Landschaftspflegeverband angeblich für den Schäfermeister, Geschäftsführer und Vorstand angeschaffter Geländewagen Ford Explorer soll kurze Zeit später auf Michael Weidlich ohne Zahlung eines Kaufpreises überschrieben worden sein. Steuern, Haftpflicht und sogar Kraftstoffkosten sollen weiter vom Landschaftspflegeverband getragen worden sein. Weidlich habe das Auto dann auch für Urlaubsfahrten nach Russland und Südosteuropa sowie für Fahrten zum Arbeitsort genutzt.
Ilona Weser äußerte sich überrascht. „Ich weiß offiziell gar nichts davon. Dass es einen anonymen Brief gibt, ist mir allerdings bekannt. Aber die darin erhobenen Vorwürfe sind alle erstunken und erlogen. Das werden die Ermittlungen ergeben.“
Michael Weidlich, der seit kurzem krankgeschrieben ist, bestätigte auf telefonische Nachfrage, dass er von seinem Arbeitgeber zwar schriftlich die Kündigung bekommen habe. „Aber die wird Gegenstand eines Arbeitsgerichtsprozesses sein.“ Weidlich hat seine Anwältin mit der Wahrnehmung seiner Rechte beauftragt.