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| 20:10 Uhr

Eisenhüttenstadt
Schutzgebiet bremst Umgehung aus

Eisenhüttenstadt. Im Dorchetal sind weitere Untersuchungen erforderlich für den Neubau der Bundesstraße 112 zwischen Guben und Frankfurt.

Der Zeitplan für die Ortsumfahrung der Bundesstraße 112  Eisenhüttenstadt/Neuzelle verschiebt sich. Im Dorchetal müssen weitere Umweltschutzuntersuchungen vorgenommen werden. Erst dann kann die Linienbestimmung beim Bundesverkehrsministerium eingereicht werden. Das bestätigte das für Infrastruktur zuständige Landesministerium.

Eigentlich sollten bereits Ende des vergangenen Jahres die Voruntersuchungen soweit abgeschlossen sein, dass die Unterlagen für die sogenannte Linienbestimmung der geplanten Ortsumgehung Neuzelle/Eisenhüttenstadt der Bundesstraße 112 beim Bundesverkehrsministerium eingereicht werden können. Daraus ist nichts geworden. Nun könnte es Mitte des Jahres werden, bis die Unterlagen vorliegen.

Grund dafür sind zusätzliche umweltfachliche Untersuchungen im Bereich des Dorchetals, sagt Steffen Streu, Pressesprecher des Landes-Infrastrukturministeriums. Das sei erforderlich, um ein rechtssicheres Linienbestimmungsverfahren durchzuführen. In diesem Verfahren wird festgelegt, wo die künftige Trasse verlaufen soll, die möglichst wenig „Schutzgüter“ tangiert. Schutzgüter können zum Beispiel seltene Tiere und  Pflanzen in diesem Bereich sein, aber auch die Belange von Menschen werden in diesem Verfahren berücksichtigt.

Ein besonders heikler Bereich ist das Dorchetal, das von der neuen Ortsumgehung tangiert sein könnte. Steffen Streu erklärt es so: „Von dem Straßenbauprojekt wird das Europäische Schutzgebiet (FFH-Gebiet) ,Dorchetal’ berührt. Dort wird geprüft, ob Lebensraumtypen (wie bestimmte Wiesenarten oder Moore) oder Tierarten von gemeinschaftlichem Interesse in dem Gebiet durch die Auswirkungen des Straßenbaus erheblich beeinträchtigt sein können.“ Dazu müsse auch ein Abgleich mit dem in Bearbeitung befindlichen Managementplan des FFH-Gebiets erfolgen.

Von dem Ergebnis hängt ab, wie weit die künftige Schnellstraße an die südlichen Gebiete von Neuzelle heranrückt. oder ob die Brücke, die das Dorchetal überqueren soll, unschädlich für Wiesen und Tierarten in diesem Bereich ist.

Erst wenn diese Untersuchungen abgeschlossen sind, können die Linienbestimmungsunterlagen beim Bundesverkehrsministerium abgegeben werden, wo dann die endgültige Linie der Trasse festgelegt wird. Bei einer Informationsveranstaltung im Mai des vergangenen Jahres wurde betont, dass an diesem Planungsschritt die Öffentlichkeit nicht beteiligt wird. Nach der Festsetzung, die eigentlich in diesem Jahr erfolgen sollte, kann erst die Ausschreibung für eine Entwurfsplanung erfolgen.

Am anderen Ende der Strecke, bei Eisenhüttenstadt, scheint derweil klar, wo das neue Teilstück der B 112 verläuft und auf die bestehende Trasse trifft. So soll die Ortsumgehung im Bereich der Grube Präsident verlaufen, und nicht, was auch eine Variante war, in unmittelbarer Nähe von Bereichen des Ortsteiles Schönfließ.