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Schulz bleibt Spitzenreiter in Guben

Guben. Trotz vielfäliger Veränderungen in dieser Zeit – unsere im Mittelalter entstandenen Familiennamen bleiben im Wesentlichen gleich. Sie verkörpern zudem ein Stück Tradition. Gerhard Gunia/ggg1

Eine kürzlich publizierte Statistik erbrachte in Deutschland bei etwa 800 000 Familiennamen folgende zehn Spitzenplätze: Müller, Schmidt, Schneider, Fischer,Weber, Meyer, Wagner, Becker, Schulz und Hoffmann. Ein Blick ins aktulle Gubener Telefonbuch, in dem nicht alle verzeichnet sind, ergibt als zehn häufigste Nennungen (in Klammern die Durchschnittszahl): Schulz (85), Müller (60), Lehmann (50), Richter (40), Schneider, Krüger, Neumann und Schmidt (je um 45), Schulze und Noack (je 30).

Ein Blick in das örtliche Einwohnerbuch der Vorkriegszeit zeigt als Spitzenreiter ebenfalls den Namen Schulz, gefolgt von Lehmann, Richter und Krüger. Bemerkenswert ist, dass die einstmals großen Berufsgruppen des Handwerks und der Dienste (so Lehmann = Lehnsmann), den Hauptanteil der Familiennamen einnehmen. Weiterhin spielten Wohnstätten, Herkunft und menschliche Eigenheiten (Breithaupt, Kraushaar, Großmann) eine maßgebliche Rolle bei der mittelalterlichen Namensgebung. Immer wieder tauchen dabei ungewöhnliche und belustigende Begriffe auf. Vor 1945 gab es in Guben einen Friseur Friedrich Hampelmann am Osterberg, den Heizer Felix Appelbaum aus der Bösitzer Straße, den Arbeiter Wilhelm Warraschke (eine Apfelsorte) aus der Bothmerstraße. Der Name der bekannten Bäckerei Dreißig bezieht sich auf einen Bauern, der ein Gut von 30 Tagwerken (Morgen) betrieb. Infolge vieler Abweichungen sind Deutungen oft kompliziert, man denke an das sorbische Namensgut.

Vornamen sind im Gegensatz zu Famileinnamen modischen Wandlungen unterworfen, können sogar politisch motiviert sein wie in der Kaiserzeit Wilhelm und Friedrich oder in der nordisch orientierten NS-Zeit. Eine eine Statistik aus dem Jahre 2009 ergab als fünf die Spitzenreiter bei Mädchen Mia, Hanna, Leoni, Lena und Lea, bei den Jungen Leon, Lucas (Lukas), Jonas, Luca (Luka) und Paul. Auffällig ist auch, dass alte Namen wie Paul, Anna, Emma und Marie wiederkehren.