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| 20:39 Uhr

Zukunftstag
Schüler schnuppern Arbeitsluft

Matthias Huschga vom Gubener Ingenieurbüro Bärmann und Partner erklärt den Schülern, wie das Gubener Torhaus im Bestand saniert wird.
Matthias Huschga vom Gubener Ingenieurbüro Bärmann und Partner erklärt den Schülern, wie das Gubener Torhaus im Bestand saniert wird. FOTO: Silke Halpick / LR
Guben. Beim Zukunftstag sind die Bäckerei Dreißig und die Gubener Plastinate besonders nachgefragt. Von Silke Halpick

Mehrere Hundert Gubener Schüler haben am Donnerstag Arbeitsluft geschnuppert. Im Rahmen des brandenburgweiten Zukunftstages öffneten auch 28 Unternehmen in der Neißestadt ihre Türen. Besonders gefragt waren die Bäckerei Dreißig und die Gubener Plastinate.

„Ich backe und koche gern“, sagt Cassandra Römisch. Die Gubenerin steht in der Produktionshalle der Bäckerei Dreißig in Guben und füllt Kekse mit Marmelade. 17 Schüler haben sich für das Unternehmen entschieden und lernen einen Tag lang verschiedene Abteilungen kennen, wickeln Hörnchen oder verpacken Brötchen. „Wir wollen uns darstellen, so wie wir sind und im Idealfall das Interesse wecken“, sagt Backstubenleiter André Konsulke.

Die Bäckerei beschäftigt knapp 900 Menschen in der Region – vom Bäcker bis hin zum Logistiker oder Werbefachmann. „Ob die Teilnahme am Zukunftstag letztlich zu einer Bewerbung bei uns führt, wissen wir nicht“, sagt Konsulke. Doch an motivierten Fachkräften sei man „immer interessiert“.

„Auf dem Bau ist der Fachkräftemangel schon längst zu spüren“, sagt Mathias Huschga vom Gubener Ingenieurbüro Bärmann und Partner. Er ist mit drei Schülern auf der Baustelle Torhaus und will ganz praxisnah zeigen, was ein Bauingenieur eigentlich macht. Am Torhaus wird derzeit der Dachstuhl erneuert. Dabei handelt es sich um eine Bestandssicherung, die mit Fördermitteln finanziert wird.

„Mich interessiert vor allem das technische Zeichnen“, sagt Santana Schießke. Die Siebtklässlerin besucht die Germanus-Theiss-Oberschule in Döbern und ist zum Zukunftstag extra nach Guben gereist. Andere ihrer Mitschüler machen stattdessen Unterricht. Um einen Praktikumsplatz müssen sich die Mädchen und Jungen selbst kümmern.

„Mir haben die anderen erzählt, dass es hier interessant ist“, sagt Niklas Flössel. Der Neuntklässler gehört zu den 20 Schülern, die den Gubener Plastinatoren bei der Arbeit über die Schulter schauen. „Die Nachfrage ist groß, die Plätze immer schnell belegt“, sagt Betriebsleiterin Gabriele Scharkowski.

Das Unternehmen mit 75 Mitarbeitern bildet selbst nicht aus, sucht aber immer Fachkräfte. „Physiotherapeuten und Tierpräparatoren bringen guten Voraussetzungen mit“, sagt Scharkowski. In der Präparation bekommen die Schüler einen menschlichen Arm zu sehen, der im Auftrag einer Universität plastiniert wird.

Von den 193 angebotenen Praktikumsplätzen in Guben bleiben allerdings 64 unbesetzt. So gibt es beispielsweise keine Interessenten für die Gärtnerei am Stadtpark oder die Glaserei Dulitz. Auch die Zahl der teilnehmenden Betriebe ist zurückgegangen. 2017 waren es noch 35 Unternehmen, diesmal sind es nur 28.

Welche Arbeitsschritte bis zum fertigen Plastinat erforderlich sind, erfahren die Schüler von den Mitarbeitern.
Welche Arbeitsschritte bis zum fertigen Plastinat erforderlich sind, erfahren die Schüler von den Mitarbeitern. FOTO: Medienhaus Lausitzer Rundschau
In der Bäckerei Dreißig befüllen die Schüler unter anderem Kekse mit Marmelade.
In der Bäckerei Dreißig befüllen die Schüler unter anderem Kekse mit Marmelade. FOTO: Silke Halpick / LR