Die Schülerinnen, die gerade kräftig im Kochtopf rühren, sind Teilnehmer der Werkstattwoche, bei der die zwei Jahre vor ihrem Schulabschluss an der Oberschule stehenden Lernenden einen Einblick in die Berufswelt erhalten sollen. Wenige Meter von der Küche entfernt ist der Ton ein wenig rauer. Wenn die Schüler so weitermachten, sagt der Ausbilder, den der Gemeinnützige Berufsbildungsverein Guben (GBV) geschickt hat, hätte er bald weder Werkzeug noch Material. Klar, im Metallbau geht's etwas ruppiger zur Sache. Das könnte den jetzigen Schülern auch später in der Lehre blühen, gibt Ralf Göbel, Assistent der Geschäftsführung beim GBV, zu bedenken. Immerhin: Am Ende der Woche werden die jungen Metallarbeiter einen Ein-Mann-Grill selbst zusammengebaut haben.

Sichtbar sind auch die Spuren, die die Schüler im Bereich Farbe an der Schule hinterlassen. Gerade sind sie dabei, unter fachmännischer Anleitung die Außenwand der Turnhalle auf dem Schulgelände zu verputzen. Innen haben sie bereits neue Farbe an die Wände gebracht. "So sehen die Schüler ihre Arbeit", sagt die Schulleiterin. Damit, ergänzt Ralf Göbel, steige auch die Achtung vor der Arbeit.

Seit dem Schuljahr 2012/13 organisieren Schule und GBV die Werkstatttage. Davor haben die Schüler die Gelegenheit, eine Woche lang alle fünf Arbeitsbereiche an jeweils einem Tag auszuprobieren, um sich dann für einen zu entscheiden. Auch das, sagt Berit Kreisig, sei ähnlich wie im Berufsleben - dort müsse man sich schließlich auch für einen Beruf entscheiden.

Gefördert wird das Projekt aus dem Europäischen Sozialfonds. Dass die Werkstätten in der Schule vorhanden sind, sagt die Schulleiterin, sei ein großer Vorteil. Einerseits gebe es keine Fahrtzeiten, andererseits müssten die Schüler in "ihrer Schule" Hand anlegen.