Von den elf Naturparks in Brandenburg kommt dem Schlaubetal eine ganz besondere Bedeutung zu - immerhin war er der erste im ganzen Land. Und damit ist er in der kommenden Woche der erste, der seinen 20. Geburtstag feiern darf. Das Fest soll nach Wünschen der Naturparkverwaltung ein vielfältiges werden und für Groß und Klein etwas zu bieten haben. Holzschnitzer und Korbflechter sind angekündigt, eine Feldschmiede, ein Imker aus der Region und Floßfahrten.

Atemberaubende Heide

"Das wird ein schöner Tag", zeiht sich Wolfgang Renner überzeugt, der auch nach Jahren als Naturparkleiter nicht aus dem Schwärmen herauskommt. Allein die Heidelandschaft, rund 900 Hektar sind es im Naturpark, sei atemberaubend. Selbst dann, wenn man jeden Tag vor Ort ist und nach dem Rechten sieht. "Das muss man gesehen haben", sagt Renner.

Die Heide aber bleibt nur eine von vielen Aufgaben, um die er sich als Parkleiter mit seinen zwei Kollegen kümmern muss. Vier Säulen, das ist Renner wichtig, umfasst die Arbeit im Naturpark - den Artenschutz, die ökologische Landnutzung, der Umwelttourismus und die Umweltbildung. Ein straffes Programm, das Renner Tag für Tag mit seinen Kollegen durchzieht.

Zu welcher der vier Säulen das Naturparkfest passt? Zum Tourismus vielleicht, sagt Renner. Oder zur Umweltbildung - schließlich soll neben dem Unterhaltungsprogramm am Sonntag nächster Woche auch jede Menge Wissenswertes über den Park vermittelt werden. Mit Naturschutz habe ein solches Fest wenig zu tun, so Renner. Ohnehin sei es ein Missverständnis, dass es im Naturpark allein um Naturschutz gehe. Vielmehr gehe es um die Entwicklung des ländlichen Raumes. Der Naturpark könne auch Umwelttourismus-Park heißen oder Ökologische-Landnutzung-Park, sagt der Naturpark-Leiter.

Einen Ausblick auf die nächsten Monate im Park wagt Renner auch schon vor dem runden Geburtstag. So soll etwa das Lehrpfad-Angebot auf den neuesten technischen Stand gebracht werden. Infosäulen mit QR-Codes sollen die teils veralteten Infotafeln ersetzen. Damit könnten Gäste über ihre Mobiltelefone interessante Informationen zu den einzelnen Punkten im Park abrufen. Der Wanderweg soll von Norden bis Süden fortgesetzt werden - immerhin einer der wenigen zertifizierten Wanderwege in Ostdeutschland.

Prall gefüllter Kalender

Das Naturparkfest am 23. April ist bei Weitem nicht die einzige Veranstaltung, die Besucher in den Park zwischen Müllrose im Norden und Drewitz im Süden locken soll. Der Kalender für das aktuelle Jahr ist proppenvoll. Besonders gefeiert werden soll aber der runde Geburtstag, an dem das Naturpark-Team auf zwei Jahrzehnte zurückblicken kann, in denen das Schlaubetal laut Wolfgang Renner Vorreiter bei der Ausweisung von Naturschutzgebieten war - und bleiben soll.

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Das Fest in Groß Drewitz beginnt am 23. Aprilum 10 Uhr. Ende ist um 16 Uhr. Gefeiert wird in der Wagenburg in Groß Drewitz (Göhlenvorwerk 1-4). Auf dem Programm steht unter anderem auch Ponyreiten und ein Streichelzoo für kleinere Besucher. Der Naturpark Schlaubetal ist 227 Quadratkilometer groß, den größten Teil bildet die Waldfläche mit gut 161 Quadratkilometern. Rund acht Prozent des Naturparks sind Wasserflächen.