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Veranstaltung
Schlagloch-Allee ist Thema in Deulowitz

Ortsvorsteher Gert Richter kämpft seit zehn Jahren für die Birkenallee. Auch eine Petition hat er bereits gestartet.
Ortsvorsteher Gert Richter kämpft seit zehn Jahren für die Birkenallee. Auch eine Petition hat er bereits gestartet. FOTO: Michèle-Cathrin Zeidler
Deulowitz. Die Stadt Guben sieht keine Notwendigkeit für eine Sanierung. Ortsvorsteher Gert Richter kämpft trotzdem weiter.

Die Birkenallee in Deulowitz ist in keinem guten Zustand. Ortsvorsteher Gert Richter bezeichnet sie gar als „katastrophal und unzumutbar“. Seit seiner Amtsübernahme vor zehn Jahren kämpft der Ortsvorsteher für den Ausbau des rund 1,3 Kilometer langen Weges. „Die Straße wird von vielen Einwohnern als kürzeste Verbindung nach Guben genommen“, so Gert Richter. „Außerdem nutzen die Deulowitzer Kinder ihn als Schulweg.“

Sven Rogosky, Baufachbereichsleiter im Gubener Rathaus, sieht hingegen keine Notwendigkeit zu handeln. „Die Birkenallee ist ein unbefestigter Wirtschaftsweg, der nur den Anliegern sowie dem Rad- und Fußverkehr dienen sollte“, stellt Sven Rogosky klar. Die Benutzung als Durchfahrtsstraße werde von der Stadt nicht unterstützt. „Wie andere unbefestigte Wege in der Stadt auch wird der Birkenweg jährlich einer Instandsetzung unterzogen“, erklärt der Fachbereichsleiter.

In diesem Zusammenhang widerspricht er Vorwürfen von Gert Richter. Dieser kritisierte im jüngsten Hauptausschuss: „Die Löcher werden einfach zugeschoben, ohne verdichtet zu werden. Das ist Pfusch.“ Doch diese Vorgehensweise weist Sven Rogosky zurück. „Das Material wird aufgefüllt und natürlich mit einer Walze verdichtet“, stellt er klar. „Trotzdem ist und bleibt es ein unbefestigter Weg.“ Nach der Instandsetzung würde die Stadt außerdem jedes Jahr das gleiche Phänomen beobachten: „Ist der Weg wieder eben, wird er von vielen Deulowitzern und Durchfahrenden verstärkt frequentiert.“ Darunter würde der Zustand des unbefestigten Weges leiden. „Unbefestigte Wege sind nur bedingt für ein erhöhtes Verkehrs­aufkommen  geeignet. Die Hauptverkehrsanbindung von Deulowitz erfolgt über die Betonstraße Richtung Cottbuser Straße“, so Sven Rogosky.

Auch der Zustand der Zufahrtsstraße zur ehemaligen B 320 wird von Gert Richter als „katastophal“ kritisiert. Mehrere Zentimeter tief seien bereits die Risse und Löcher in den Betonplatten. Diese wiederum neigen sich in ganz unterschiedliche Richtungen. „Für Autofahrer ist die Straße eine reine Holperpiste“, sagt Gert Richter. Doch hier macht Sven Rogosky Hoffnung. „Der grundhafte Ausbau der Straße ist als Projekt im Leader-Programm zur Förderung des ländlichen Raumes veranlagt“, sagt er. Die Stadt rechnet mit 800 000 Euro für die knapp drei Kilometer lange Strecke und hat den dafür nötigen Eigenanteil im Haushaltsjahr 2020 eingeplant. Eine Fördermittelzusage gibt es allerdings noch nicht. Die Vor-Ort Diskussion am 22. Februar in Deulowitz möchte Rogosky nutzen, um alle Argumente zur Birkenallee auszutauschen und ergebnisoffen zu diskutieren.

FOTO: LR
Bei Regen sind die Schäden auf der Birkenallee besonders gut sichtbar. Für die Deulowitzer ist sie der schnellste Weg nach Guben.
Bei Regen sind die Schäden auf der Birkenallee besonders gut sichtbar. Für die Deulowitzer ist sie der schnellste Weg nach Guben. FOTO: Gert Richter