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Schauspieler Herbert Köfer stellt in Guben seine Erinnerungen vor

Herbert Köfer bei seiner Lesung in der Gubener Fabrik.
Herbert Köfer bei seiner Lesung in der Gubener Fabrik. FOTO: utr1
Guben. Dieser Mann ist einfach unglaublich: Dies dachten bestimmt viele der Besucher am Freitagabend, als Volksschauspieler Herbert Köfer im Gubener Fabrikverein aus seiner Biografie "Nie war es so verrückt wie immer" las. Mit 95 Jahren ist er noch immer voller Kraft und zeigt sich mitten im Leben. utr1

Die Zuhörer wurden mit Herbert Köfer als Kind und jungem Mann bekannt gemacht, sie begleiteten ihn durch die Weimarer Zeit und die Nazidiktatur, durch Krieg und britische Gefangenschaft. Sie erfuhren viel über sein bis heute andauerndes Schauspielerleben, aber auch über den Privatmann Köfer - mal nachdenklich, mal unbeschwert.

Herbert Köfer ist einer der ältesten und nach wie vor aktiven Schauspieler. Er ist ein Garant für gute Unterhaltung, ob beim Fernsehen, im Film, beim Rundfunk, in den Synchronstudios oder auf der Bühne. Seine Rollen in Familienserien wie zum Beispiel "Rentner haben niemals Zeit", "Geschichten übern Gartenzaun" und zahlreichen Schwänken ließen ihn rasch zu einem populären und gefragten Schauspieler werden.

In seiner Lesung kam die ganz besondere Professionalität zum Vorschein, sowohl in seinem Charakter als auch seiner Mimik und Gestik. Und er hadert nicht mit seinem Alter, hat auch keine Angst vor dem Tod. Im Gegenteil: Herbert Köfer weiß, dass das Alter durchaus Vorteile hat. Beispielsweise um zu wissen, "wirklich gute Freunde kommen nicht mehr dazu" oder "wer sich das Alter leisten will, muss sich auch was leisten können". Zum Schluss gibt er bereitwillig Autogramme und schickt seine Zuhörer mit "Lebt munter und verzagt und seid lieb zueinander" nach Hause.