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| 17:57 Uhr

Gesprächsrunde
Premiere mit Fernseh-Ermittler

Dagmar Perschke interviewte den bekannten Schauspieler Andreas Schmidt-Schaller beim ersten „Guben-Talk“ in der Fabrik.
Dagmar Perschke interviewte den bekannten Schauspieler Andreas Schmidt-Schaller beim ersten „Guben-Talk“ in der Fabrik. FOTO: Ute Richter
Guben. Schauspieler Andreas Schmidt-Schaller läutet die neue Veranstaltungsreihe „Guben-Talk“ ein. Von Ute Richter

Mit Andreas Schmidt-Schaller startete am Freitagabend in der Gubener Fabrik eine neue Veranstaltungsreihe. Im „Guben-Talk“ werden künftig prominente Persönlichkeiten aus Funk, Fernsehen, Wirtschaft und Politik zu Wort kommen und viel aus ihrem Leben erzählen. Darauf gekommen waren Fabrik-Chef Karsten Geilich und sein Team nach fast ausverkauftem Haus bei Trainerlegende Ede Geyer oder aber Schauspieler Sky Dy Mont.

„Offensichtlich haben die Leute Interesse am Leben anderer“, so der Fabrikchef. Und tatsächlich scheint das so zu sein, denn auch zur Premiere des „Guben-Talks“ kamen viele Besucher. Und damit es nicht eine Null-Acht-Fünfzehn-Talkverstaltung wird, hatte Fabrikchef Geilich mit seinem Team eine kleine Bar auf der Bühne aufgebaut. „An der Bar führt man die besten Gespräche“, weiß er aus Erfahrung.

Als Unterstützung hat sich der Fabrikverein mit Dagmar Perschke eine professionelle Moderatorin ins Haus geholt. Die freie Journalistin wird künftig nicht nur beim Buchen der Künstler behilflich sein, sondern auch die prominenten Talkgäste auf der Bühne interviewen. Schlagersängerin Chris Doerk, Politiker Gregor Gysi, Skispringer Jens Weißflog oder der ehemalige Randfichten-Frontmann Thomas Rups Unger haben bereits zugesagt.

Der Start mit Andreas Schmidt-Schaller am Freitagabend ist gut gelungen. Der aus Polizeiruf 110 und Soko Leipzig bekannte Schauspieler verstand sich gleich blendend mit ihr. „Ich bin sehr stolz darauf, als Premierengast hier sein zu dürfen“, so der Schauspieler.

Schmidt-Schaller war das erste Mal in Guben, hatte sich aber offensichtlich gut über die Neißestadt informiert. Er wusste, dass es einst hier Hut- und Tuchfabriken gab und dass der erste Präsident der DDR, Wilhelm Pieck, aus Guben kam.

Der Schauspieler, der seit 2001 den Ermittler Hajo Trautzschke in der Soko Leipzig spielte, war schon zu DDR-Zeiten in den 80er-Jahren populär als Ermittler beim Polizeiruf 110. Und obwohl Selbstdarstellung bei Interviews nicht so sein Ding ist, kitzelte die Moderatorin doch einiges Privates aus dem Mimen heraus.

„Der bekannteste Volkspolizist geht in Rente“ titelte die Bildzeitung im November 2017 über Andreas Schmidt-Schallers letzten Fall bei der Soko Leipzig. Tatsächlich war sein Abschied aus der Serie gut durchdacht und lange geplant. „Ich bin über 70. Da ist es einfach unglaubwürdig, dass man als Kommissar  noch tagtäglich Fälle löst. Ich bin froh, dass man meiner Bitte, als Ermittler aufzuhören, nachgekommen ist“, begründet er seinen Abschied aus dem „aktiven Polizeidienst“. Doch in den Ruhestand geht er deswegen noch lange nicht.

Gespannt lauschte das Publikum den Antworten Schmidt-Schallers und den Fragen von Dagmar Perschke. Auch sie hatte sich gut auf den Abend vorbereitet, nahm sich Schmidt-Schallers Buch „Klare Ansage“ zu Hilfe. Und wie der Buchtitel vermuten lässt, ist es nicht das Ding von dem beliebten Schauspieler, lange drum herum zu reden. Er sagt klar und deutlich seine Meinung, erzählt ungeschminkt von seinem Leben und regt hier und da zum Nachdenken an.

Über 300 Folgen als Ermittler beim Polizeiruf oder bei der Soko hat er auf dem Buckel. „Es hat Spaß gemacht, aber das ist jetzt vorbei“, sagt er. Also zumindest als Hauptermittler, denn hin und wieder wird er trotzdem noch bei seinen Kollegen in der Serie in Leipzig auftauchen. Aber auch in anderen Sendungen, Filmen oder auf der Theaterbühne wird er weiter zu sehen sein. Seit mehreren Jahren spielt er beispielsweise den „Jedermann“ von Hugo von Hoffmannsthal in Koserow.

Vier Kinder hat Schmidt-Schaller mit drei Frauen. Und offensichtlich hat der TV-Kommissar sein Talent an seine Nachkommen weitergegeben, denn bis auf den ältesten Sohn, der als Eventmanager arbeitet, sind alle ebenfalls Schauspieler. Von ihnen, von seinem bewegten Schauspielleben sowie von seinem Projekt „Hausbau im Alter“ erzählte Andreas Schmidt-Schaller beim ersten „Guben-Talk“ in der Fabrik ganz unverblümt.