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| 02:36 Uhr

Rückkehrerin schafft zehn Jobs

Malgorzata Wieszczyk aus Gubin gehört zum elfköpfigen Team der Physiotherapie. Sie hat sich auf Wellness-Massagen spezialisiert. Die Arbeit macht ihr Spaß, sagt sie.
Malgorzata Wieszczyk aus Gubin gehört zum elfköpfigen Team der Physiotherapie. Sie hat sich auf Wellness-Massagen spezialisiert. Die Arbeit macht ihr Spaß, sagt sie. FOTO: Silke Halpick
Guben. Als Rückkehrerin hat die Physiotherapeutin Marleen Reißner in ihrer Heimatstadt Guben zehn Arbeitsplätze geschaffen. Für den Ausbau des Wellnessbereiches bekommt sie jetzt Fördermittel aus dem Landesprogramm "Nachhaltige Entwicklung von Stadt und Umland" (NESUR-KMU). Silke Halpick

"Das Unternehmen ist das erste in Guben, das von dem Programm profitiert", sagt Alexander Schmieder, Wirtschaftsförderer der Stadt Guben. Erst seit November 2016 ist klar, wie das vom Land Brandenburg aufgelegte Förderprogramm funktioniert. Bereits im Dezember 2016 hatte Marleen Reißner als eine der Ersten die Bewilligung ihres Antrages in der Tasche. Für rund 16 000 Euro baut sie nun den Wellnessbereich in ihrer Physiotherapie-Praxis aus. 50 Prozent der Kosten trägt das Land.

Wellness-Behandlungen sind auch in Guben immer öfter gefragt. Zu den Klassikern gehören Hot-Stone-, Ganzkörper-, Aroma-Öl- oder Fußreflexzonen-Massagen, wie Marleen Reißner erzählt. Die 35-Jährige will diesen Bereich als zweites Standbein aufbauen. Auch Kosmetik- und Fußpflegebehandlungen sind in der Praxis jetzt möglich. "Vor allem ältere Kunden nutzen gern das Angebot, weil sie sich damit einen zusätzlichen Weg sparen", erklärt sie.

Ihr Handwerk hat die Physiotherapeutin an der Medizinischen Fachschule in Eisenhüttenstadt gelernt. Vor allem wegen der schlechten Bezahlung hat sie Guben einst den Rücken gekehrt - in Richtung Berlin. "In der Hauptstadt habe ich viel gelernt", sagt sie. Doch das Leben sei ihr zu hektisch und zu stressig gewesen. Vor zehn Jahren kam sie zurück in ihre Heimat. Heute führt die zweifache Mutter ein Unternehmen mit zehn Angestellten. Die Auftragsbücher sind gut gefüllt, freie Behandlungstermine gibt es nur mit vier Wochen Vorlauf.

"Mir ist wichtig, dass sich alle wohlfühlen", sagt Reißner. Ihre Mitarbeiter bezahlt sie eigenen Angaben zufolge "überdurchschnittlich". Wenn die Kinder der Beschäftigten krank sind, zahlt die Chefin die ersten fünf Tage den Lohn weiter. Und auch für Weiterbildung muss niemand Urlaub nehmen. "Wir sind wie eine große Familie", sagt Reißner.

Immer öfter kommen auch Menschen aus dem benachbarten Polen in die Gubener Praxis. Viele von ihnen arbeiten in Deutschland und sind hier krankenversichert. Viele haben mittlerweile aber auch eine Zusatzversicherung, die die Behandlungskosten im Ausland trägt, sagt Reißner. Sprachprobleme gibt es in ihrer Praxis nicht, weil zum Mitarbeiter-Team auch zwei junge Polinnen gehören.

"Ohne die Fördermittel wäre der Praxisausbau in diesem Umfang nicht möglich gewesen", betont sie. Über die Bewilligung des Geldes hat eine Kommission entschieden, wie Schmieder erklärt. Förderfähig seien ausschließlich Projekte von kleinen und mittleren Unternehmen, die auch den Intentionen des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (Insek) entsprechen und das Leben in Guben "beflügeln".

Zum Thema:
Rund 2,5 Millionen Euro an Fördermitteln stehen für die Region Cottbus-Forst-Guben, die sich beim Stadt-Umland-Wettbewerb qualifiziert hat, bis Ende 2020 bereit. Gefördert werden über das NESUR-KMU-Programm kleine und mittlere Unternehmen des Einzelhandels, der Gastronomie, Handwerksbetriebe, Fuhrunternehmen, Unternehmen der Kreativwirtschaft und Dienstleister, die ihre Leistungsfähigkeit nachhaltig verbessern.