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Roter Teppich für Helden des Alltags

Unter den Ausgezeichneten waren auch zahlreiche Ehrenamtler des SV Chemie Guben. Bundestagsabgeordneter Ulrich Freese (links) und der amtierende Bürgermeister Fred Mahro überreichten Urkunden und Blumen.
Unter den Ausgezeichneten waren auch zahlreiche Ehrenamtler des SV Chemie Guben. Bundestagsabgeordneter Ulrich Freese (links) und der amtierende Bürgermeister Fred Mahro überreichten Urkunden und Blumen. FOTO: FOTO-Werner/rww1
Guben. Bühne frei für die Helden des Alltags: 33 Ehrenamtler der Stadt Guben sind gestern im Rahmen einer Festveranstaltung in der Alten Färberei für ihr Engagement geehrt worden. Initiator ist das Netzwerk "Engagierte Stadt", das das Ehrenamt in Guben stärken und weiter ausbauen will. Silke Halpick

"Es gibt Menschen, die sind einfach da. Ohne wenn und aber. Ganz selbstverständlich", sagt Andrea Arndt, Koordinatorin des Netzwerkes "Engagierte Stadt". Meist erkenne man deren wahren Wert aber erst dann, wenn sich eine Lücke auftut und sie mal nicht zur Stelle sind, räumt sie ein. Das liegt ihrer Ansicht nach auch daran, dass diese Menschen bescheiden sind und ihrer Arbeit selbst gar keine große Bedeutung beimessen.

Ganz im Gegensatz zur Stadt. Die hat gestern den Gubener Ehrenamtlern extra den "roten Teppich" ausgerollt und zur Festveranstaltung in der Alten Färberei eingeladen. Vorbild ist der traditionelle "Tag des Ehrenamtes", der einst vom Gubener Urgestein Lutz Materne organisiert wurde und nach dessen Tod in Vergessenheit geriet.

"Es ist der Versuch, das Ehrenamt in einer angemessenen Form zu würdigen", betont Andrea Arndt. Im Vorfeld hatte das Netzwerk "Engagierte Stadt" alle Gubener aufgerufen, Vorschläge einzureichen. Mehr als 35 Nominierungen gab es. Das war weit mehr, als die Organisatoren erwartet hatten. Mehr als 100 Ehrenamtler folgten auch der Einladung der Gastgeber und kamen in die festlich geschmückte Alte Färberei.

Doch nicht alle Stühle sind besetzt. Der amtierende Bürgermeister Fred Mahro sieht die freien Plätze als Symbol dafür, dass die Ehrenamtler selbst an diesem besonderen Abend noch ganz pflichtbewusst ihrem Ehrenamt nachgehen. Für ihn ist dieses freiwillige Engagement "die Seele der Demokratie". Immerhin: Mehr als 22 Millionen Menschen in Deutschland betätigen sich ehrenamtlich - ob bei der Feuerwehr, dem Roten Kreuz oder im Kirchenchor.

Auch Guben ist im Bereich des Ehrenamtes "gut aufgestellt", wie Arndt betont. Mehr als 130 Vereine, gemeinnützige Organisationen und Institutionen sind sozial, sportlich, kulturell oder gesellschaftlich aktiv. Die Spanne reicht vom Übungsleiter oder Betreuer bis hin zu den Stadtverordneten, die ihr Mandat ja ebenfalls ehrenamtlich ausüben.

Ein Dankeschön für die Mühe und Zeit, die die Ehrenamtler in ihre Arbeit investieren, kommt vom SPD-Bundestagsabgeordneten Ulrich Freese. Für ihn ist eine "gute Gesellschaft" eine, in der der andere "geachtet und mitgenommen" mit. Unter den Ausgezeichneten verlost er zehn Sonderpreise. Die Gewinner können im kommenden Jahr den Bundestag besuchen und sich ein Bild von der großen Politik machen.

Im Anschluss an die offizielle Ehrung sind die Aktiven zum Sektempfang eingeladen. Kontakte zu knüpfen und das Wirken vor Ort noch besser zu koordinieren, ist auch das Ziel des Netzwerkes "Engagierte Stadt". Unterstützt wird das Projekt vom Bundesfamilienministerium mit bis zu 50 000 Euro an Fördermitteln bis Ende 2017. Anlaufpunkt für engagierte Bürger, Vereine und Initiativen ist das Koordinationsbüro im Begegnungszentrum der Volkssolidarität.

Zum Thema:
Zu den Ausgezeichneten gehören Renate Bossack, Gerlinde Damm, Hannelore Petrick, Regine Schmidt, Gudrun Strafe-Socher, Wilfried Kunschke, Horst und Elke Wetzel, Rene Quennaudon, Jürgen Magnus, Sabine Sauer, Heike Schemainda, Hildegard Petter, Steffen Groll, Helga Aigringer, Dieter Mückel, Grit Sebastian, Gerda Pietrucha, Heike Lieske, Uwe Koschack, Peter Priebe, Inge Ladewig, Sylvana Donath, Gertrud Stephan, Susanne Stübs, Stefan Hennersdorf, Frank Vorwerk, Ursula Zimmermann, Annemarie Jüttner, Steffi Mattke, Sven Schumann, Jens Uwe Kellberg und Walter Bräuer.