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| 18:36 Uhr

Guben
Rosemarie Schuder verstorben

Guben. Schriftstellerin und Wilke-Nachfahrin wurde 2014 mit Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Guben geehrt. Von Silke Halpick

Die Schriftstellerin und Wilke-Nachfahrin Rosemarie Schuder ist nur weniger Wochen vor ihrem 90. Geburtstag am 5. Mai 2018 in Berlin verstorben. Darüber informiert Verleger Andreas Peter. Die Stadt Guben ehrte sie vor vier Jahren mit einem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt.

Rosemarie Schuder ist eine direkte Nachfahrin der Gubener Hutmacherfamilie Wilke, die mit der Erfindung des wetterfesten Wollfilzhutes die Stadt Guben weltweit bekannt machte. Ihre Mutter Else Schuder schrieb über die Familie den Roman „Die Hutmacher“. Auch ihr Vater Kurt Schuder war Dramatiker und Erzähler.

Zum Lebenswerk der in Jena geborenen Rosemarie Schuder gehören mehr als 20 historische Erzählungen und Romane sowie Sachbücher und Biografien. Gemeinsam mit ihrem Mann Rudolf Hirsch veröffentlichte sie Schriften über die Judenverfolgung. Für das Buch „Der gelbe Fleck“ bekamen beide den Nationalpreis der DDR.

Rosemarie Schuder schrieb über bedeutende Persönlichkeiten wie Paracelsus, Kepler, Hieronymus, Bosch und Michelangelo. „Dabei ging es in ihren Arbeiten nie nur allein um historische Geschehnisse und Personen, sondern sie schrieb immer mit Blick auf die Gegenwart“, betont Peter. Herkunft, Identität, Bindung, Halt und Heimat seien ihr wichtig gewesen.

Zu den zahlreichen Auszeichnungen, die Rosemarie Schuder bekam, gehörten der Heinrich-Mann-Preis 1958, der Lion-Feuchtwanger-Preis 1976, der Goethepreis der Stadt Berlin 1988. Die Schriftstellerin gehörte dem P.E.N.-Zentrum Deutschland sowie der Deutschen Schillergesellschaft an.

Ihre letzten drei Bücher erschienen im Niederlausitzer Verlag. Gemeinsam mit Andreas Peter schrieb sie beispielsweise das Buch „Goethes schöne Krone, Corona Schröter und ihr Denkmal in Guben“. Peter habe sie „zurück nach Guben geholt“, zu ihren Wurzeln, nach Hause, sagte sie bei einem Besuch vor drei Jahren.

Nun soll sie auf dem Friedhof der Sozialisten in Berlin beigesetzt werden, neben ihrem bereits 1998 verstorbenen Mann Rudolf Hirsch.