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| 01:29 Uhr

Rohpappenfabrik wird saniert

Spremberg. Die Sanierung der Rohpappenfabrik in der Berliner Straße soll im nächsten Jahr beginnen. Das bestätigt der Spremberger Projektentwickler Manfred Weber.

Im Dezember entscheiden die Stadtverordneten zu den Änderungen des Bebauungsplans “Dresdener Straße/Berliner Straße„.

Es sei sogar ein vorzeitiger Baubeginn bei laufendem Planverfahren möglich, sagt Stadtplanerin Claudia Wolf. Manfred Weber freute sich über die Zustimmung im Bauausschuss. “Seit zwei Jahren kämpfe ich für das Projekt„, sagt er. Im Quartier Berliner Straße/Zeppelinstraße/Drebkauer Straße sollen im ersten Bauabschnitt das Industriedenkmal der alten Rohpappenfabrik saniert sowie vier Fachmärkte und ein Lebensmittelmarkt angesiedelt werden. Im zweiten Abschnitt wird das viergeschossige Gebäude auf einer Fläche von 4000 Quadratmetern so umgebaut, dass dort betreutes Wohnen möglich wird. Etwa 30 Wohnungen mit einem ambulanten Pflegeservice sollen entstehen, bestätigt Weber, der das Projekt für einen privaten Vorhabenträger entwickelt. Im dritten Bauabschnitt gehe es um das beräumte Eckgrundstück zur Drebkauer Straße: Eine Seniorenwohnanlage mit 98 Pflegeplätzen sei geplant. Welchen Einfluss ein Lebensmitteldiscounter mit Bäcker und Fleischer, die Ansiedlung von Drogerie und Getränkemarkt und Sonderpostenmarkt auf die Einzelhandelsentwicklung in Spremberg hat, war von den Abgeordneten anfangs kontrovers diskutiert worden. Mit einem Verträglichkeitsgutachten musste der Antragsteller nachweisen, dass weder die Einkaufsinnenstadt noch die Spremberger Nahversorgungsbereiche wie die Heinrichsfelder Allee dadurch gefährdet werden. Zugleich sollen neue Einzelhandelbereiche im ehemaligen Vordruckverlag und an der Wirthstraße entstehen.

Manfred Weber hofft, dass die Rohpappenfabrik wieder ein Hingucker wird. Die Fassade mit den beiden Eichhörnchen und dem Bienenkorb über der ehemaligen Färberei, das Hauptproduktionsgebäude, der nördliche Turm auf der Hofseite und der nördliche Schornstein sollen ins Nutzungskonzept einbezogen und erhalten werden. Nichts hat die Denkmalbehörde gegen den Abriss der jüngeren Anbauten auf dem Hof. Das Kesselhaus und der Fuchs, der es mit dem südlichen Schornstein verbindet, dürfen abgerissen werden. Annett Igel

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Zum ThemaFür den Spremberger Heimatkalender 2011 hat Jürgen Stein mit der Geschichte der Familien Nitschke die Geschichte der Rohpappenfabrik aufgearbeitet.Laut Horst Schmöche von der Spremberger Papierfabrik Hamburger Rieger wird im Papiermacherzentrum im baden-württembergischen Gernsbach zur Bedeutung des Wappens an der Fassade geforscht.