Von Ute Richter

Bereits zum fünften Mal hatte Grießen zur „Kleinen Grünen Woche“ im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Grünes Grießen“ ins Gemeindezentrum inmitten des Ortes eingeladen. Unter dem Motto „Wilder Apfel“ drehte sich alles um das heimische Wild und die Äpfel.

Dass beides sich wunderbar kombinieren lässt, konnten die zahlreichen Besucher ganz kostenfrei probieren. Denn an einem langen Tisch hatten die Grießener Frauen kulinarische Kreationen aus Beidem zum Verkosten bereit gestellt. Da ließen sich die Besucher beispielsweise Wildschweingeschnetzeltes mit Apfel und Senfgurke, Apfel-Nuss-Brot, Wild- oder Apfel-Paprika-Suppe gut schmecken. Die jeweiligen Rezepte dieser Gerichte lagen ebenfalls bereit, so dass jeder zu Hause sein Lieblingsgericht nachkochen kann.

Großer Andrang herrschte auch am Kuchenstand, denn dort gab es wie in jedem Jahr unterschiedlichste Bauernkuchen nach Großmutters Art – natürlich alles in Grießen gebacken. Die vielen Plätze inmitten des Gemeindezentrums waren von Beginn an gut gefüllt. Die Dorfbewohner nutzten diese Veranstaltung, um sich wieder einmal zu treffen und natürlich zu schlemmen. Aber auch von auswärts kamen viele Besucher.

Angefangen hatte alles vor vielen Jahren. Der Ursprung dafür war einst die Begrünung des Ortes an der Tagebaukante durch Vattenfall. Seitdem gibt es in jedem Jahr Veranstaltungen, wie Vorträge und anderes, die von der Leag unterstützt werden. Erst im Frühjahr gab es eine Tomatentauschbörse sowie eine Führung durch die Kippe des Tagebaus. Denn die Grießener leben seit vielen Jahren direkt an der Tagebaukante und konnten jahrelang die Bagger Tag und Nacht hören.

Doch der Renner ist seit fünf Jahren die „Kleine grüne Woche“. Organisiert wird die von Doreen Popp-Geisler und ihren Mitstreitern Anja Briesemann, Anita Schölzke und Frank Lehmann. Sie sorgen gemeinsam mit einem Stamm von 20 Grießenern dafür, dass Tische und Stühle stehen, Verkaufsstände für die Händler hergerichtet werden, das Gemeindezentrum innen und außen herbstlich geschmückt ist und vieles andere.

Die Jagdhornbläsergruppe der Jägerschaft Peitz präsentierte nicht nur legendäre Jagdsignale, sondern auch Jagdlieder. Apropos Jägerschaft: Die Jäger der Region um Grießen haben über ihre Arbeit einen Film gedreht, der sie sozusagen in allen Facetten ihrer Arbeit oder ihres Hobbys zeigt. Denn wer weiß denn schon, was ein Jäger genau macht. Diesen Film zeigten sie am Samstag der Öffentlichkeit.

Ihren ersten „öffentlichen Auftritt“ hatte übrigens auch die neu gewählte Ortsvorsteherin von Grießen, Carmen Orbke. Die 53-Jährige kam vor 36 Jahren der Lieben wegen nach Grießen. Sie freut sich auf die neue Herausforderung als Ortsvorsteherin, hat schon ein paar Ideen für die Zukunft im Kopf. Ihr liegt der Tourismus sehr am Herzen.

Sie weiß, dass sie mit dem Feuerwehr- und Kulturverein einen zuverlässigen Partner in Sachen Veranstaltungen und auch sonst an ihrer Seite hat. Deshalb werden die Seniorenweihnachtsfeier, das Adventssingen in der Kirche, die Fastnacht, das Osterfeuer und andere Veranstaltungen auch im kommenden Jahr wie gewohnt stattfinden.

Und ein Motto für die „Kleine grüne Woche“ 2020 in Grießen gibt es auch schon, verrät Doreen Popp-Geisler. Dann soll sich alles rund um das Ei drehen. Sicher werden sich die Grießener Frauen dann wieder tolle Gerichte einfallen lassen, in denen die Eier jeglichen Federviehs eine Rolle spielen werden, so die Ankündigung.