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Guben
Nächster Halt: Neißecenter

Die Buslinie 858 soll ab 31. Juli das Neißecenter ansteuern, die Linie 877 ab dem Fahrplanwechsel.
Für die Überquerung der Grenzbrücke fehlen allerdings noch die Genehmigungen.
Die Buslinie 858 soll ab 31. Juli das Neißecenter ansteuern, die Linie 877 ab dem Fahrplanwechsel. Für die Überquerung der Grenzbrücke fehlen allerdings noch die Genehmigungen. FOTO: LR
Guben. Ab Ende Juli soll der Regionalbus aus Forst das Gubener Einkaufszentrum direkt ansteuern. Von Silke Halpick

Nun steht der Termin: Ab 31. Juli 2018 soll der Regionalbus der Linie 858 aus Forst kommend das Neißecenter in Guben ansteuern. Dafür hatten die dort ansässigen Händler jahrelang gekämpft. Für die Weiterfahrt nach Polen fehlen allerdings noch die Genehmigungen. Doch nicht alle sind froh: Stadtverordnete befürchten nun, dass das Gymnasium „abgehängt“ werde.

Für Fred Mahro ist diese Nachricht eine „gute“. Nach „massiven“ Gesprächen mit allen Beteiligten in den vergangenen Wochen und Monaten steht jetzt der Termin für die Anbindung des Gubener Einkaufszentrums in der Karl-Marx-Straße an den öffentlichen Nahverkehr fest. Ab Ende Juli soll der Regionalbus der Linie 858 auf seiner Route von Forst, über Eulo, Briesnig, Jänschwalde, Groß Gastrose und Schlagsdorf in Guben künftig weiter die Karl-Marx-Straße entlang fahren und direkt vor dem Neißecenter halten. Anschließend geht es in die Cottbuser Straße bis hin zum Gubener Bahnhof, der zunächst auch der vorläufige Wendepunkt für die Linie ist.

Eigentlich soll der Bus weiter in Richtung Grenze und über die deutsch-polnische Grenzbrücke fahren, um dort den Busbahnhof auf Gubiner Seite anzusteuern (siehe Grafik). Doch dieses Szenario bleibt vorerst Zukunftsmusik. Noch fehlen die dafür nötigen Genehmigungen, wie Mahro begründet. Die Stadt will seinen Aussagen zufolge  aber weiter an einem Verkehrskonzeptes mit 360-Grad-Radius arbeiten.

Stoppen soll der Bus direkt vor dem Neißecenter in der Karl-Marx-Straße an der bereits vorhandenen Haltestelle. Der zweite, nicht mehr existente Stopp vis-a-vis soll wieder aufgebaut werden, wie Mahro ankündigt. Als Übergangslösung sei zunächst eine provisorische Haltestelle auf dem Parkplatz des Einkaufszentrums vorgesehen.

Mit dem Fahrplanwechsel im September soll sich auch die Linienführung des Regionalbuses 877 aus Cottbus kommend innerhalb Gubens ändern, wie Mahro weiter informiert. Auch dieser werde dann am Neißecenter stoppen und bis zum Gubener Bahnhof weiterfahren.

Für die am Neißecenter ansässigen Einzelhändler ist diese Nachricht ein Grund zum Jubeln. Schon seit vielen Jahren kämpfen sie um die Anbindung ans Nahverkehrsnetz. Im September 2014 wurde eine Liste mit 1800 Unterschriften an den Bürgermeister übergeben, der schon damals seine Unterstützung zusicherte.

Dass der Erfolg so lange auf sich warten lässt, hatte damals keiner gedacht. Mahro selbst verweist darauf, dass die Stadt Guben „nicht Herr des Verfahrens“ sei. Für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) ist der Landkreis zuständig, der die Buslinien in Spree-Neiße auch finanziert. Zudem hatte es im Jahr 2015 einen Wechsel des Dienstleisters gegeben. Seitdem bedient die Bahntochter DB Regio Ost den Spree-Neiße-Bus.

Ende gut, alles gut? Von wegen. Gleich bei der Vorstellung der neuen Linienführung hagelt es Kritik. Der CDU-Stadtverordnete Klaus Schneider (CDU) moniert beispielsweise, dass „Teile der Altstadt nicht mehr bedient werden“. Betroffen davon sind vor allem die Haltestellen am Pestalozzi-Gymnasium, an der viele Schüler ein- und aussteigen, sowie an der Gasstraße. Irmgard Schneider (GUB-SPN) ist skeptisch, ob Forster überhaupt zum Schoppen ins Neiße­center kommen werden.

Im nächsten Umweltausschuss soll über Details der neuen Linienführung gesprochen werden, kündigt Ausschussvorsitzender Günter Quiel (SPD) an. Die Taktzeiten stehen ohnehin noch nicht fest. Mahro ist sich sicher, dass es auch für den Schülerverkehr eine Lösung geben wird. Beispielsweise könnte der Regionalbus vor 9 Uhr die alte Route fahren, schlägt er vor.