Der mitgliederstarke Bildungsausschuss in Guben ist immer für eine Überraschung gut. Mit Spannung war deshalb die erste Beratung der Abgeordneten über die „Fortschreibung der Schulentwicklungsplanung“ bis zum Jahr 2007 erwartet worden. Darin hat die Stadtverwaltung die Schließung zwei weiterer Schulen ins Auge gefasst.
Auf der „Abschussliste“ steht die Copernicus-Realschule. Die kleine Bildungseinrichtung tut sich seit Jahren schwer gegen das „edle“ Pestalozzi-Gymnasium und die mächtige Europaschule. Bisher ist es den Realschul-Verfechtern und ihrem recht einflussreichen Förderverein noch nicht gelungen, die Vorzüge ihres Hauses gegenüber den anderen Bildungsformen wirkungsvoll publik zu machen. Das bemängelt auch die Vorsitzende des Gubener Bildungsausschusses, Christiane Fritzschka. Die CDU-Frau fordert Realschul-Lehrer und -Schüler auf, zu kämpfen, wenn sie ihre Schule erhalten wollen. Fritzschka: „Wir müssen den Realitäten ins Auge sehen. Die Schülerzahlen sind dramatisch gesunken. Der Gubener Nachwuchs alleine reicht nicht mehr für drei weiterführende Schulen.“ In Richtung Peitz müssten sich die Gubener orientieren. Dort wird es bald kein Gymnasium und keine Gesamtschule mehr geben. „Warum sollen die Peitzer unbedingt nach Cottbus fahren?“ , fragte die Ausschussvorsitzende.
Die Realschule hat ein Jahr Bewährung. Wenn es gelänge, im nächsten Jahr wieder zwei 7. Klassen zu bilden, könnte eine Schließung noch einmal abgewendet werden. Fritzschka: „Entscheidend ist das Wahlverhalten der Schüler und Eltern.“
Vorstellen konnten sich die Mitglieder im Bildungsausschuss den geplanten Umzug der Realschule zur Europaschule, um Bildungseinrichtungen zu konzentrieren und Kosten zu sparen.
Auf der aktuellen Streichliste aus dem Rathaus stand auch die kleine Diesterweg-Grundschule. Damit scheinen sich die Abgeordneten aber nicht abfinden zu wollen. Sie plädierten im Bildungsausschuss parteiübergreifend für den Erhalt des neben der „Friedensschule“ und der Corona-Schröter-Grundschule dritten Grundschulstandortes in Guben. Die Diesterwegschule könne auch als einzügige Grundschule fortgeführt werden. Bestärkt sehen sich die Abgeordneten dabei durch ein Schreiben aus dem staatlichen Schulamt, das drei Grundschulen in Guben für machbar hält. Die Diesterwegschule könnte schließlich eine Alternative für Eltern sein, die ihre Kinder künftig nicht in einer „Ganztagsschule“ unterbringen wollten, bricht auch Christiane Fritzschka eine Lanze für die Diesterwegschule.
Noch wird über die Schuentwicklung in Guben einige Wochen diskutiert. Die Entscheidungen dazu fallen erst bei der Stadtverordnetenversammlung am 1. September.